Bankenvergleich in Krisenzeiten – lohnen sich Tagesgeld-Konten noch?

Nichts ist sicher in Zeiten der Krise, schon gar nicht das liebe Geld. Irgendwie will das, was noch da ist, aber trotzdem angelegt werden. Und damit gemeint ist nicht etwa das Kopfkissen oder der Sparstrumpf.

Ob Aktien, Rentenversicherungen oder Immobilienfonds die jeweils richtigen Optionen sind, entscheidet der individuelle Fall. Fest steht: Die meisten Sparer wollen heute flexibel sein und jederzeit über ihr Kapital verfügen können. Man weiß schließlich nie, was kommt. Tagesgeldkonten erfreuen sich daher nach wie vor großer Beliebtheit. Doch sind sie überhaupt noch rentabel?

FOCUS-Online ist den Vergleich angetreten, hat recherchiert und seine Leser zur Zufriedenheit mit 40 Bankinstituten befragt. Das Ergebnis: Deren Leistungen klaffen zum Teil eklatant auseinander. Während bei den Ranglisten-Ersten bis zu 2,5 Prozent zu holen sind, werfen die schlechtesten Tagesgeldkonten gerade mal schlappe 0,25 Prozent ab.

Der nackte Prozentsatz ist aber nicht das Einzige, worauf man beim Tagesgeld-Vergleich achten sollte. Einige Angebote gelten zum Beispiel nur für Neukunden oder sind auf wenige Monate befristet. Manche Banken verlangen Mindest-Einlagebeträge oder bieten nur Online-Banking an. Andere Geldinstituten verzichten vielleicht auf die gesetzliche Einlagengarantie von 100.000 pro Bankkunde und erstatten niedrigere Beträge.

So viel bekommen Sie aktuell für Ihr Tagesgeld

2,30 Prozent Zinsen p. a bekommen Anleger derzeit bei der NIBC Direct. Der Online-Anbieter MoneYou lockt mit sagenhaften 2,45 Prozent, bei der Bank of Scotland gibt es jährlich 2,4 Prozent aufs Tagesgeld, bei der VTB Direktbank immerhin noch 2,2. Das alles ohne Mindesteinlage oder Differenzierung zwischen Neu- und Bestandskunden. Doch das war es auch an „Spitzenzinssätzen“, die ohne Sondervorgaben zu erzielen sind.

Wer sich damit nicht zufrieden geben will und den Aufwand nicht scheut, kann es mit Tagesgeld-Hopping versuchen. Hierbei nehmen Sie vorteilhafte Neukundenrabatte mit und erhalten, wenn auch nur für kurze Zeit, höhere Zinsen. Das Tagesgeld der GEFA Bank bringt Neukunden derzeit verbindlich für sechs Monate 2,5 Prozent p. a. ein. Allerdings gilt das Angebot nur für Anlagen zwischen 10.000 und 500.000 Euro. Für Beträge bis zu 20.000 Euro können sich Bankkunden bei Cortal Consors bei einem kompletten Depotwechsel für zwölf Monate sogar 4,5 Prozent Zinsen sichern.

In Relation zu setzen bleibt allerdings, ob sich der Aufwand lohnt, vor allem bei größeren Geldbeträgen. Denn wer Kapitalerträge über 801 beziehungsweise 1.602 Euro (ledig/verheiratet) einstreicht, muss darauf Abgeltungssteuer zahlen, und die liegt immerhin bei 25 Prozent. Plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Fakt ist: Tagesgeld wirft zwar mehr ab als die Zinsen auf Sparbuch- und Girokonto. Darauf hoffen, stattliche Gewinne damit zu erzielen, sollte man jedoch besser nicht. Kalkuliert man die Abgeltungssteuer in seine Rechnung mit ein und bedenkt, dass sich die Inflationsrate in Deutschland bei rund zwei Prozent bewegt, wird ersichtlich, warum.

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1 Kommentare.

  1. Leider gibt es immer mehr Banken, die sofort die Zinsen senken wenn es den ersten Ansturm gegeben hat. Natürlich spielt die Leitzins-Problematik hier auch eine Rolle, siehe http://www.tagesgeldvergleich.com oder http://www.tagesgeld-lotse.de

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