Beim Zeus! Land in Sicht dank Schuldenschnitt?

Die Griechen verweisen bekanntermaßen gerne auf ihre großartige Geschichte und die Helden der Antike. Während Herkules und Co. vor Tausenden von Jahren allerdings noch fleißig Ihre Heldentaten vollbrachten, haben sich ihre Nachfahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert und das stolze Griechenland ordentlich gegen die Wand gefahren. Da hilft auch keine List mehr, wie sie der gerissene Odysseus mehr als einmal an den Tag gelegt hat. Aber apropos Odysseus, derzeit befindet sich der griechische Staat auf einer ähnlichen Irrfahrt auf dem Finanzmeer wie seinerzeit der von den Göttern gestrafte Held.

Heutzutage locken die Sirenen allerdings nicht mehr mit Gesang, sondern mit dem Ruf nach einem Schuldenschnitt. Und dieser ist nun nach längerem Hin und Her auch erhört worden, damit das nächste Hilfspaket auf den Weg gebracht werden kann. Mehr als 35 Milliarden Euro lassen sich das die Euro-Finanzminister kosten. Grundvoraussetzung dafür war allerdings, dass der Schuldenschnitt tatsächlich funktioniert und die Gläubiger auf einen Großteil ihrer finanziellen Forderungen verzichten.

Damit könnte es mit den Griechen jetzt also wieder aufwärts gehen. Der Internationale Währungsfond stellt nun sogar einen Kredit über 28 Milliarden Euro in Aussicht. Bleibt nur zu hoffen, dass es den Nachkommen des Odysseus auch wirklich gelingt, schnellstmöglich einen sicheren Hafen anzusteuern. Gefahren lauern im Ozean, wie die Geschichte lehrt, jedenfalls genug. Und wenn Griechenland erneut in einen Orkan gerät, ist es mit der vermeintlichen Stabilität der Euro-Zone jedenfalls wohl endgültig vorbei. Die Abtragung des griechischen Schuldenbergs ist also eine wahre-Herkules-Aufgabe, die sich immer mehr zur Sisyphusarbeit entwickelt.

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1 Kommentare.

  1. Ganz ehrlich: wer glaubt, dass sich Griechenland mit dem EUR als Währung noch einmal aufrappeln wird können, ignoriert ein paar ganz grundsätzliche Regeln und Prinzipien der Ökonomie. Ohne vernünftige Industrie haben die Jungs schlichtweg nichts, das sie groß verkaufen könnten. Das funktioniert jetzt alles noch mit ein paar hineingepumpten Milliarden. Langfristig aber wird es für Griechenland kaum eine andere Möglichkeit geben, außer auszutreten … es sei denn, wir sind in Europa bereit, das Land auf immer und ewig zu stützen.

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