Betriebliche Altersvorsorge zur gesetzlichen Rente – doppelt altert besser

Auf das Konto der gesetzlichen Rente dürfte in den vergangenen Jahren kaum eine positive Schlagzeile gegangen sein – dementsprechend gering sind die Erwartungen heutiger Arbeitnehmer an den Lebensstandard im Alter. Die Menschen machen sich Sorgen darüber, nach einem ganzen Leben in Lohn und Brot im Alter arm zu sein und ihren Lebensstandard drastisch absenken zu müssen. Kein Wunder, dass das Modell „betriebliche Altersvorsorge“ als zusätzliche Einnahmequelle im Seniorenalter überaus attraktiv ist.

Betriebliche AltersvorosorgeDie betriebliche Altersvorsorge erscheint im Zusammenhang mit mageren Renten so etwas wie die Quadratur des Kreises zu sein: Der Arbeitnehmer stockt seine finanziellen Mittel im Alter auf, während der Arbeitgeber seine fähigen Mitarbeiter stärker an sich bindet. Der Arbeitgeber ist übrigens dazu verpflichtet, seine Mitarbeiter über seinen Rechtsanspruch auf betriebliche Altersvorsorge aufzuklären.

Und der Staat? Der freut sich, dass er es überhaupt schafft, über die betriebliche Altersvorsorge Menschen dazu zu animieren, zugunsten der Zukunft auf einen Teil des Gehalts im Hier und Jetzt zu verzichten. Diese Bereitschaft wird mit relativ hohen Zuschüssen belohnt – eine Investition, von der alle Seiten etwas haben.

Bekommen Topverdiener eigentlich auch mehr gesetzliche Rente?

Nein. Die Monatsrente eines ehemaligen Arbeitnehmers wird aus mehreren Faktoren errechnet. Sehr wichtig sind dabei die sogenannten Entgeltpunkte, die mit jedem Beitragsjahr „gesammelt“ werden. Durchschnittsverdiener bekommen genau einen Punkt. Arbeitnehmer, die weniger verdienen, erhalten entsprechend weniger Punkte und Mehrverdiener mehr. Allerdings wird der Verdienst nur bis zu einer bestimmten Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt (diese lag 2012 beispielsweise bei 67.200 Euro). Mit einem solchen Einkommen kann der Arbeitnehmer rund zwei Entgeltpunkte gutmachen. Jeder, der mehr Geld verdient, kann sich freuen, mehr gesetzliche Rente bekommt er oder sie deshalb allerdings nicht.

Wie viel Geld hat der Einzelne im Alter?

Wer sich einen Eindruck davon machen möchte, wie hoch oder niedrig die eigene gesetzliche Rente ausfallen könnte, sollte seine Daten in einen guten Rentenrechner eingeben. Der „Versorgungslückenrechner“ der R+V-Versicherung wurde von Öko-Test als empfehlenswert beurteilt. Er gibt ungefähr an, wie viel die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer zur Seite legen muss, damit der Lebensstandard im Alter nicht massiv abfällt.

Auch für die Erträge, die eine betriebliche Altersvorsorge einbringen würde, gibt es im Internet mehrere Betriebliche-Altersvorsorge-Rechner, in die die jeweiligen Eckdaten eingegeben werden können.

Fakten rund um die betriebliche Altersvorsorge

    • Folgende Personengruppen können eine betriebliche Altersvorsorge in Anspruch nehmen: Arbeiter, Angestellte und Auszubildende. Auch Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft und Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH (beherrschend und nichtbeherrschend) gehören dazu. Wenn eine betriebsfremde Person ausschließlich für ein Unternehmen arbeitet, kann sie ebenfalls eine betriebliche Altersvorsorge abschließen.
    • Es gibt insgesamt fünf Varianten, wie eine betriebliche Altersversorgung umgesetzt werden kann. Am einfachsten ist es, wenn der Arbeitgeber eine Rentenversicherung zugunsten des Arbeitnehmers abschließt und den entsprechenden Beitrag direkt vom Bruttogehalt des Arbeitsnehmers an die Versicherung zahlt. Alle Ansprüche auf das Geld verbleiben dabei beim Arbeitnehmer.
    • Bei einem Arbeitgeberwechsel können die Betriebsrentenansprüche mitgenommen werden.
    • Die Betriebsrente kann frühestens mit 62 Jahren ausgezahlt werden.
    • Es besteht die Möglichkeit einer kompletten Kapitalauszahlung statt einer lebenslangen Rente.
    • Ebenfalls wichtig: Die Auszahlung aus der betrieblichen Altersvorsorge muss voll versteuert werden.

Bildquelle: pixabay.com – © by geralt

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