Bitcoin-Kurs im freien Fall: die Probleme einer digitalen Währung

bitcoin kursDer Wechselkurs der Währung Bitcoin befindet sich seit etwa fünf Monaten auf einer steilen Talfahrt. Hatte das rein digitale Zahlungsmittel im Dezember 2013 noch mit einem Wert pro Münze von stattlichen 1.200 US-Dollar zu Buche geschlagen, liegt der Bitcoin-Kurs nunmehr bei lediglich rund 430 Dollar. Dass diese Entwicklung viele Nutzer der elektronischen Währung verunsichert, ist wohl noch die mildeste Formulierung. Was sind die entscheidenden Gründe für den Einbruch im Bitcoin-Kurs? Eine klare und allumfassende Antwort kann an dieser Stelle kaum gegeben werden: Aufgrund der vielen unerforschten Eigenheiten der Internetwährung sind viele mit ihr verbundene ökonomische Zusammenhänge noch nicht abschließend geklärt. Dennoch haben wir für Sie die wichtigsten Informationen zum Chaos um den Bitcoin-Kurs zusammengetragen.

Mit Bitcoin auf Kurs in Richtung eines verlässlichen Finanzsystems

Der Urheber der digitalen Währung, Satoshi Nakamoto, verfolgte ein klares Ziel, als er im Jahr 2009 sein theoretisches Konstrukt in eine tatsächliche computerbasierte Implementierung überführte. Nakamoto kritisierte konventionelle Währungssysteme für ihre Abhängigkeit von Banken: Der einzelne Mensch hätte gar keine andere Möglichkeit als den Kreditinstituten, die sein Geld verwalteten und zudem die Wertigkeit der Währung entscheidend beeinflussten, blind zu vertrauen. Das Konzept Bitcoin sollte einen neuen Kurs einläuten, ein System, in dem kein solches Vertrauen mehr nötig wäre, da das Vermögen des Einzelnen durch eine ausgeklügelte digitale Verschlüsselung nur von ihm selbst genutzt werden könnte.

Wenngleich die Einführung der Bitcoin nicht zu einer globalen Revolution der Finanzmärkte führte, fanden sich doch einige Begeisterte, die Nakamotos Vision teilten – oder die in dieser neuen Marktsituation ohne etablierte Regeln auf einen abrupten Anstieg im Bitcoin-Kurs spekulierten und sich erhofften, so einen schnellen Profit zu schlagen. Denn Bitcoin-Einheiten können in diversen Handelsbörsen gegen bestehende Währungen eingetauscht werden. Ende 2013 erreichte der Bitcoin-Kurs schließlich seinen historischen Höhepunkt. Einhergehend hatte es bereits mehrfach Meldungen über frischgebackene Millionäre gegeben, die durch den Handel mit der digitalen Devise dank günstigem Bitcoin-Kurs zu Reichtum gekommen waren.

Wohin geht es jetzt mit dem Bitcoin-Kurs?

Genau so, wie sich mit den extremen Wechselkursschwankungen ein kleines Vermögen verdienen lässt – der Bitcoin-Kurs variiert teils an einem einzelnen Tag um bis zu 70 Prozent –, so produziert die risikobehaftete Natur des Zahlungsmittels aus Bits und Bytes auch Verlierer. Dies ist in den vergangenen Monaten mehr als deutlich geworden. Im Februar leitete Mt. Gox, Anbieter des weltweit größten Handelsplatzes für Bitcoins, ein Insolvenzverfahren ein, wodurch mehrere Hunderttausend der virtuellen Münzen für ihre ursprünglichen Anleger verloren gingen. Dies war, wenn auch nur einer, wohl der wichtigste Schritt – oder, passender, Ausrutscher – der Bitcoin auf ihrem Kurs bergab.

Nun ist der Bitcoin-Kurs im Keller, das Vertrauen in die Internetwährung erschüttert. Da hilft es natürlich auch nicht gerade, dass Anbieter von Waren oder Dienstleistungen, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren, weltweit noch immer Mangelware sind. Oder, dass Bitcoins im Gegensatz zu traditionellen Währungen, die Gold als Gegenwert besitzen, in keiner Weise materiell abgesichert sind. Satoshi Nakamoto hatte es sich als Ziel gesetzt, ein Finanzsystem zu schaffen, das nicht auf Vertrauen gegenüber anderen angewiesen ist – und ist damit gescheitert. Denn eine solch neuartige und unsichere Währung kommt ohne Vertrauen der Benutzer untereinander nicht aus. Das zeigt der aktuelle Bitcoin-Kurs mehr als deutlich.

Bildquelle: pixabay.com – © by Simon

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