Das Schweigen der Versicherer

Die Lebensversicherer tun es ihren stillen Reserven gleich: Sie schweigen. Und zwar darüber, dass sie ihre Kunden seit 2008 per Gesetz mit 50 Prozent an ihren Reserven beteiligen müssen. Denn wird eine Lebensversicherung fällig, ist dem Versicherten auch unverzüglich seine Gewinnbeteiligung auszuzahlen.

Doch grau ist alle Theorie – das hat jetzt einmal mehr eine Stichprobe der Finanzexperten der Stiftung Warentest bewiesen. Die Lebensversicherer arbeiten nicht selten gezielt darauf hin, ihren Kunden die Gewinnbeteiligung vorzuenthalten.  65 Prozent der 260 befragten Kunden wurden von ihrem Risikoabsicherer überhaupt darüber in Kenntnis gesetzt, dass tatsächlich Reserven für eine Ausschüttung bestehen.  26 Prozent gaben bei der Verbraucherorganisation an, von ihrem Versicherer keinerlei Informationen über Bonuszahlungen erhalten zu haben, als die Police ausgezahlt werden sollte. Weniger als die Hälfte der Probanden wurde über ihre Beteiligung ohne explizites Nachfragen informiert und bekam den entsprechenden Betrag gezahlt. In vielen Fällen hoffen die Versicherungsagenturen offensichtlich auf schlecht unterrichtete und untätige Versicherungsnehmer.

Diese mangelnde Transparenz wirft ein sehr schlechtes Licht auf die Versicherungskonzerne. Für eine Branche, die ohnehin im Verdacht steht, ihre Kunden über Kosten und Leistungen unzureichend zu informieren, bedeutet das Ergebnis der Stichprobe ein Armutszeugnis. Als ehrlicher Kunde erwartet man Ehrlichkeit des Dienstleisters – und keine verschwiegenen Gesellschaften, die sich klammheimlich ihre Taschen mit anderer Leute Geld füllen.

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