Der Alibaba-Börsengang: Wall Street öffne dich!

alibaba börsengangBei dem Stichwort „Alibaba-Börsengang“ dürfte einigen nicht ganz klar sein, worum es geht. Hat sich der arme Holzfäller aus dem arabischen Märchen endlich dazu durchringen können, aus dem Berg Sesam eine Aktiengesellschaft zu machen? Mitnichten: Beim modernen Alibaba handelt es sich um einen chinesischen Versandhändler, der mit Amazon zu vergleichen ist.

Der Alibaba-Börsengang und seine Vorgeschichte

Chinas Wirtschaft boomt so sehr, dass der Rest der Welt schier gelb vor Neid wird. Dies gilt auch für den Sektor des Online-Versands und den vor gerade einmal 15 Jahren vom Englischlehrer Jack Ma gegründeten Online-Versand Alibaba. Die rasant wachsende Firma hat sich jetzt entschlossen, an die US-Börse zu gehen: Der Alibaba-Börsengang stellt damit möglicherweise den größten Börsengang in der Technologiebranche dar. Er wurde am Dienstag, dem 06.05.2014, offiziell bei der US-Börsenaufsicht beantragt.

Eine umfangreiche Plattform

Doch was animierte Alibaba zum Börsengang? Die Größe des Versandhändlers ist ein möglicher Grund. Zuvor wurde erklärt, dass dieser mit Amazon zu vergleichen sei – in Anbetracht der gewaltigen Umsatz- und Warenmengen, die über diese Plattform abgewickelt werden, scheint es indes angemessener zu sagen, dass Amazon ein wenig mit Alibaba gemeinsam hat. Zahlreiche namhafte Unternehmen wie Disney oder Apple verkaufen ihre Produkte über die Online-Plattform direkt an den Verbraucher.

Was hat Alibaba vom Börsengang?

Von der finanziellen Seite her scheint der Alibaba-Börsengang also nachvollziehbar. Ein Sprung an die Böse könnte den Wert des Unternehmens auf 130 bis 240 Milliarden Dollar hochtreiben – im günstigsten Fall müssten die drei Global Player Apple, Microsoft und Google nach dem Alibaba-Börsengang einen Vierten in ihre Mitte aufnehmen.

Noch sind viele Fragen offen

Bisher gibt es noch keinen offiziellen Termin für den Alibaba-Börsengang, nur die Absicht wurde geäußert. Auch über die Anzahl der Aktien sowie deren Preis hält sich der chinesische Internetkonzern bedeckt, ebenso wie über die Frage, ob der Alibaba-Börsengang an der New York Stock Exchange oder an der Technologiebörse Nasdaq stattfinden soll. Insider behaupten, dass der Alibaba-Börsengang voraussichtlich im kommenden Sommer über die Bühne geht. Neben Schweizer und US-Kreditinstituten wurde auch die Deutsche Bank damit beauftragt, den Alibaba-Börsengang vorzubereiten – dafür winken ihr Gebühren von mehr als 200 Millionen Dollar.

Was kommt nach dem Alibaba-Börsengang?

Der Alibaba-Börsengang ist also für viele ein erheblicher Gewinn, nur einer dürfte zittern: Amazon. Den Online-Versandhändler, der westlichen Usern eher vertraut sein dürfte, hatte bisher vor allem die Tatsache gerettet, dass Alibaba als rein chinesischer Händler hierzulande fast unbekannt war. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Alibaba in seinem von 1,35 Milliarden Menschen bewohnten Heimatland keinen Gewinn eingefahren hätte. Insofern kann der Alibaba-Börsengang auch als Sprungbrett in den Westen verstanden werden: Gelingt es dem chinesischen Internet-Konzern, auch im Westen Fuß zu fassen, wird er große Konkurrenten nicht lange neben sich dulden.

Bildquelle: flickr.com – © by leighklotz

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