Deutsche Bundesbürger verfügen über zehn Billionen Euro – statistisch

Wer etwas auf nackte Zahlen gibt, wird staunen, denn einer Statistik des Bundesverbands Deutscher Banken zufolge haben die Bundesbürger ein Vermögen von mehr als zehn Billionen Euro angehäuft, das hauptsächlich in Bargeld, Spar- und Festgeldkonten angelegt ist. Bei einer Einwohnerzahl von 81.702.329 Millionen würde, rein statistisch gesehen, jeder Deutsche über ein Pro-Kopf-Vermögen von 122.395,53 Euro verfügen. Demgegenüber steht eine durchschnittliche Verschuldung von 34.813 Euro, die laut einer Bundesbankstudie real aber nur 41,9 Prozent aller deutschen Haushalte betrifft. Bliebe immer noch eine beträchtliche Summe übrig. In die Auswertung einbezogen wurden Geldvermögen und Immobilien. Nicht eingerechnet sind Sachwerte wie Autos, Möbel, Schmuck oder Kunstsammlungen.

Dass „die Deutschen“ allgemein gesprochen gerne auf Nummer sicher gehen, ist eigentlich nichts Neues. Seit Anfang der 1990er Jahre ist das hiesige Geldvermögen kontinuierlich gestiegen und hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdreifacht: Im zweiten Quartal 2011 erreichte es einen Höchststand von 4,725 Milliarden Euro.

Das Kuriose ist: Mit der Summe von zehn Billionen Euro könnte Deutschland alleine die Staatsschulden der gesamten Europäischen Union tilgen. Abzüglich der Kreditschulden der deutschen Bürger ergibt sich zwar „nur noch“ ein Nettovermögen von 8,2 Billionen Euro, doch das entspricht zumindest noch den Schulden der 17 Euro-Länder.

Ein Realvermögen in dieser Höhe klingt gut, ist aber mit Vorsicht zu genießen, denn auch in Deutschland ist das Vermögen sehr unterschiedlich verteilt. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung vereinen auf sich 61 Prozent des Gesamtvermögens. Das macht es verständlich, dass viele Menschen davon nichts mitkriegen. Die Preise steigen, die Löhne stagnieren, Arbeitsverträge werden oft befristet und viele sind in Minijobs beschäftigt. Zudem sind die Abgaben – zumindest gefühlt – hoch, und selbst Angehörige der Mittelschicht müssen am Monatsende oft zusehen, wie sie mit ihrem Geld hinkommen. Steigende Lebenshaltungskosten sind denn auch eine der größten Ängste der Deutschen. Dies besagt eine Studie der R+V-Versicherung aus dem Befragungszeitraum Juni/Juli 2011. Verantwortlich für diese Angst, die immerhin 63 Prozent der Befragten teilen, ist vor allem die tief verwurzelte Sorge einer Inflation. Auch, dass das verfügbare Einkommen bei vielen Menschen abgenommen hat, spielt dabei eine Rolle.

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