Die Bank of America zahlt 13 Milliarden Dollar Strafe

Bank of AmericaDie Bank of America ist das zweitälteste und größte Kreditinstitut der Vereinigten Staaten – so alt und groß, dass sie kein Institut mehr ist, sondern eine Institution. Sie beschäftigt über 250.000 Angestellte in rund 5.700 Filialen und erzielte 2012 einen Umsatz von 2,20 Billionen Dollar (circa 1,6 Billionen Euro). Man kann die Bank of America also mit Fug und Recht zu den Global Playern rechnen.

Ist die Bank of America an der Finanzkrise mitschuldig?

Umso überraschender, dass es überhaupt jemanden gibt, der einem Finanzriesen wie der Bank of America Sanktionen aufdrücken kann. Genau dies ist jedoch im vergangenen Monat geschehen: Am 25. April berichtete die FAZ, dass die amerikanische Regierung von der Bank of America einen Vergleich über 13 Milliarden Dollar fordert. Die Begründung: Das Finanzinstitut soll vor Beginn der Finanzkrise mit unsicheren Hypothekenanleihen gehandelt haben. Durch die Blume wird der Bank of America hier eine Teilschuld an der Finanzkrise gegeben.

Eine Zahl, die Unglück bringt

13 Milliarden Dollar sind für niemanden ein Klacks, auch nicht für die Bank of America. Diese Ablassforderung wiegt indes umso schwerer, da diese Summe zu einer noch ausstehenden Zahlung von 9,5 Milliarden Dollar hinzukommt – diesen Anspruch macht die Regierung gemeinsam mit zwei staatlichen Immobilienfinanzierern gegenüber der Bank of America geltend.

Wo soll all das Geld herkommen?

Kreditinstitute wie die Bank of America zu Hauptverantwortlichen der Finanzkrise zu erklären, ist gängige Praxis. Glaubwürdigen Quellen zufolge haben amerikanische Banken bisher eine Strafsumme von über 100 Milliarden Dollar an die Justizministerien der verschiedenen amerikanischen Bundesstaaten gezahlt. Diese Anschuldigungen mögen einer gewissen Berechtigung nicht entbehren, dennoch fragt man sich unwillkürlich: Macht man die Finanzkrise wirklich rückgängig, indem man Kreditinstitute wie die Bank of America mit astronomischen Zahlungsforderungen bombardiert?

Die Bank of America ist auch Arbeitgeber

Bisher hat es nicht den Anschein, als komme auch nur ein Bruchteil dieser runden Billion an Strafgeldern bei denjenigen an, die unter den Auswirkungen der Finanzkrise zu leiden haben. Es ist wohl eher davon auszugehen, dass die 13 Milliarden der Bank of America in Verwaltungskanälen versickern oder in die Rüstung fließen – noch immer der mit Abstand größte Ausgabenfaktor der US-Regierung. Darüber hinaus muss man mit Forderungen dieser Art vorsichtig sein: Sollte die Bank of America Pleite gehen, rutscht nicht nur eine Viertelmillion Angestellter in die Arbeitslosigkeit ab, auch die zahllosen Anleger der Bank verlieren finanziell den Boden unter den Füßen.

Tausend Schuldige, kein Ankläger

Ebenfalls nicht zur Sprache ist gekommen, welche Rolle die US-Regierung in dem Hypothekendebakel spielte, das sie der Bank of America zur Last legt. Sowohl Bill Clinton als auch George W. Bush haben Amerikaner aktiv zum Hauskauf animiert und auch finanziell Schwache angehalten, Hypotheken aufzukaufen. Grund dafür war ein Versuch, den amerikanischen Immobilienmarkt zu konsolidieren. Für Überbeanspruchung und Zusammenbruch dieser Hypotheken und den darauf folgenden finanziellen Absturz der Anleger ist also nicht nur die Bank of America verantwortlich, sondern eine ganze Reihe Mitschuldiger.

Bildquelle: flickr.com – © by JeepersMedia

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