Die Krim-Krise und die Sorgen der deutschen Wirtschaft

Die Krim-Krise beschäftigt alle Medien, viele Bürger und natürlich auch die deutsche Wirtschaft. Dass die Krim KriseEuropäische Union erstmals seit dem Kalten Krieg Sanktionen gegen Russland verhängen möchte, lässt deutsche Firmen zittern und bringt den Dax unter Druck. Russland als wichtigen Handelspartner durch die Krim-Krise zu verlieren oder zumindest finanzielle Einbußen zu erleiden, ist beileibe kein an den Haaren herbeigezogenes Schreckgespenst. Bei 20 Milliarden Euro, die deutsche Firmen in Russland investiert haben, bietet die dräuende Krim-Krise genügend Anlass zur Sorge. Noch dazu hängen schätzungsweise 300.000 deutsche Arbeitsplätze an den Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland.

Doch nicht allein die deutsche Wirtschaft könnte durch die Krim-Krise in Mitleidenschaft gezogen werden. Experten befürchten eine Kette und geradezu ein gegenseitiges Aufschaukeln von Sanktionen, das eine Schwächung nicht nur der deutschen, sondern auch der gesamteuropäischen und auch der russischen Wirtschaft bedeuten könnte. Russland hat im Verlauf der Krim-Krise ohnehin bereits jede Menge Vertrauen bei den westlichen Ländern sowie bei den Anlegern eingebüßt.

Was bedeutet die Krim-Krise für die russische Wirtschaft?

Betrachtet man die Tatsache, dass sich schätzungsweise 70 Prozent der russischen Aktien in ausländischer Hand befinden und die Moskauer Börse vor einigen Tagen um über zehn Prozent abgestürzt ist, lässt sich nicht leugnen, dass die Krim-Krise zweifellos allen darin involvierten Parteien wirtschaftlich schadet. Viele glauben bereits, eine sich am Horizont abzeichnende Rezession von Mütterchen Russland zu erkennen.

Man sollte meinen, dass der sich als selbstbewusstes Väterchen Zar gerierende Putin ein vitales Interesse hätte, die Krim-Krise schleunigst zu beenden. Doch zeigt er sich angesichts westlicher Drohungen und der Talfahrt der Börsenkurse reichlich unbeeindruckt. Vielmehr droht er der EU mit einer deutlichen Antwort, was die oben beschriebenen Befürchtungen einer Art Sanktionseskalation im Zuge der Krim-Krise untermauert.

Die Krim-Krise und das Gas

Die erste Gefahr, die bei einer russischen Ankündigung von Reaktionen auf die Sanktionen ins Auge springt, ist das Gas. Bereits 2010 versorgte Russland die Ukraine wegen eines Streits kurzzeitig nicht mehr, was viele EU-Länder zu spüren bekamen, da die Ukraine das Gas nun nicht mehr an sie weiterleiten konnte. Dass Deutschland damals nichts davon zu spüren bekam, ist keine Versicherung für die Zukunft.

Ebenso sieht es mit dem Erdöl aus, das Deutschland zu circa 35 Prozent aus Russland bezieht. Zwar verfügt Deutschland über Reserven und könnte einen Engpass im Zuge der Krim-Krise für eine Weile kompensieren, längerfristig könnte ein Lieferstopp seitens Russlands der Wirtschaft aber massive Probleme bereiten.

Einen Grund zur Hoffnung bietet hier die Tatsache, dass Russland vom Gasexport abhängig ist und sich Putin nicht dazu verleiten lassen dürfte, einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes zu schwächen.

Die Situation bleibt angespannt und es steht zu hoffen, dass sich die Krim-Krise auf dem Verhandlungswege beilegen lässt und im Interesse sowohl der Ukraine als auch Russlands, Europas und Deutschlands nicht noch mehr diplomatisches Geschirr zerschlagen wird.

Bildquelle: pixabay.com – © by IrinaKushnikova

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