EEG-Umlage: Neue Änderungen befürchtet

eeg umlageSeit Jahren steigt in Deutschland die EEG-Umlage für Haushaltsstromkunden an. Laut dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz dient die EEG-Umlage dazu, den Umstieg der Stromversorgung von konventionellen auf regenerative Quellen zu finanzieren und zu fördern. Durch diese Förderung soll der Anteil der regenerativen Quellen an der Stromversorgung immer weiter gesteigert werden. Betreiber von Windkraftanlagen oder Photovoltaik können dabei für eine Laufzeit von 20 Jahren mit festen Vergütungssätzen für ihren eingespeisten Strom rechnen.

Funktion und Berechnung der EEG-Umlage

Die Höhe der Förderung beziehungsweise der EEG-Umlage wird von den vier Betreibern der Übertragungsnetze in Deutschland festgelegt. Denn der von den Anlagenbetreibern eingespeiste Strom lässt sich auf der Strombörse nicht zu gleichen Preisen verkaufen wie Strom aus konventionellen Quellen, zum Beispiel Atomkraft oder Braunkohle. Dieser Strom ist günstiger als Ökostrom und treibt den Preis nach unten. So machen die Betreiber der Netze auf den Strombörsen Verluste, da sie mehr Geld für den Strom aus erneuerbaren Quellen bezahlen, als sie durch dessen Verkauf verdienen. Zusätzlich gesenkt wird der Strompreis durch den immer größeren Anteil von Ökostrom auf dem Energiemarkt. Aus der Differenz zwischen Strompreis und Vergütung ergibt sich nun die EEG-Umlage. Je günstiger also der Strom gehandelt wird, desto mehr steigt die EEG-Umlage. Im Endeffekt steigt also der Strompreis für die Kunden. Seit dem Jahr 2000 ist er von 15 Cent auf 25 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2012 gestiegen.

Jedes Jahr zum 15. Oktober geben die Netzbetreiber bekannt, wie viel Geld zum Schließen der Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben nötig ist. Je nachdem, wie groß diese Lücke nun ausfällt, um so viel größer ist auch die EEG-Umlage, die Stromkunden bezahlen müssen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu finanzieren. Im Jahr 2012 zahlten private und gewerbliche Stromkunden pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) 3,59 Cent EEG-Umlage. Für das Jahr 2014 hat sich dieser Preis auf 6,24 Cent erhöht. Besonders energieintensive Unternehmen genießen allerdings eine EEG-Umlage-Befreiung, angeblich um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

EEG-Umlage bald auch für Selbstversorger?

Die Kosten der EEG-Umlage könnten sich in der nächsten Zukunft auch auf private und gewerbliche Produzenten von Ökoenergie ausdehnen, die ihren Strom bislang selbst erzeugen und verbrauchen. So plant die große Koalition anscheinend, Betreiber neu errichteter Anlagen zur Stromerzeugung aus regenerativen Quellen mit einer Gebühr zu belasten, die bei einheitlich 40 Prozent der EEG-Umlage liegen soll. Umgerechnet läge die EEG-Umlage für private und gewerbliche Betreiber somit bei 2,5 Cent pro Kilowattstunde.

Unter den Betroffenen werden sich wahrscheinlich auch Inhaber von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von unter 10 Kilowatt befinden. Bis vor kurzem sollten diese noch von der EEG-Umlage befreit bleiben. Kritik an den Plänen der schwarz-roten Bundesregierung zur EEG-Umlage zielt auf einen drohenden Markteinbruch für Photovoltaikanlagen, sollte die EEG-Umlage auf Selbstversorger ausgedehnt werden. Die Vorteile, die ein Privathaushalt oder ein Gewerbe aus der Installation einer Solaranlage zögen, würden durch den steigenden Strompreis zunichte gemacht. Investitionen in regenerative Energiequellen seien demnach nicht mehr lohnenswert. Die angestrebte Entlastung der bisherigen Zahler der EEG-Umlage wird nach Ansicht von Verbraucherschützern mit der erwarteten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes nicht umgesetzt. Laut dem Bundesverband der Verbraucherzentrale würde ein Drei-Personen-Haushalt maximal 55 Cent an Stromkosten im Jahr sparen. Momentan bezahlt ein solcher Haushalt umgerechnet 164 Euro jährlich an EEG-Umlage – ohne Mehrwertsteuer.

Bildquelle: pixabay.com – © by PublicDomainPictures

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