Fall von Lehman Brothers – Wem steht die nächste Krise bevor?

In den letzten Tagen werden ungute Erinnerungen an die Bankenkrise nach dem Fall der US-Investment-Bank Lehman Brothers. Zwischen den Banken scheint erneut das Vertrauen zu sinken, der sogenannte Interbankenhandel ist aktuell wieder zurückgegangen. Die Banken deponieren ihre überschüssige Liquidität eher in der Europäischen Zentralbank als es sich untereinander zu leihen, die EZB hält in der letzten Zeit im Schnitt mehr als 100 Milliarden Euro.

Interbankenhandel

Interbankenhandel bezeichnet grundsätzlich den Verleih von Geld zwischen Banken untereinander. Jede Bank benötigt einen gewissen Stock an Geld – Liquidität – für ihre täglichen Geschäfte, ansonsten kann kein neuer Kredit ausgegeben oder Geld ausgezahlt werden. Besonders Banken mit geringem Privatkundengeschäft sind auf den Interbankenhandel angewiesen. Dieser basiert in erster Linie auf Vertrauen, die Banken schätzen die gegenseitige Kreditwürdigkeit ein und verleihen entsprechend viel oder wenig Geld und passen die Zinssätze an. Der gesamte Vorgang läuft im Geheimen ab und die Konditionen sind nur den Handelspartnern bekannt. Der Umfang des Interbankenhandels ist dennoch ein guter Indikator für die Risikoeinschätzung der Banken untereinander, ist den Banken das Verlustrisiko zu groß, sinkt das Volumen.

Dieses Mal gibt es immerhin einen – vermutlich entscheidenden – Unterschied zum Jahr 2008, die Notenbanken sind diesmal vorbereitet und stellen den Banken unbegrenzt Geld zur Verfügung. Dennoch ist es ein Indikator der zu beobachten ist, um rechtzeitig gegenzusteuern.

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