Fallender Rubel-Kurs lässt Hobby-Spekulanten aufhorchen

Redewendungen wie Der Rubel rollt oder Der Rubel muss rollen als Sinnbild für einen hohen Geldfluss kennen die meisten von uns. Allerdings hat vor allem die erstgenannte aktuell durch den stetig fallenden Rubel-Kurs eine ganz neue Bedeutung bekommen. Denn derzeit rollt der Rubel auf den Devisenmärkten nur noch bergab: Während der Wechselkurs von Euro zu Rubel im Januar 2013 noch bei rund 40 Rubel lag, muss man inzwischen für einen Euro knapp 50 Rubel berappen. Damit hat die russische Währung innerhalb von anderthalb Jahren über 20 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Aber welche Ursachen hat der rapide Rubel-Kurs-Sturz?

Russische Zentralbank schwächte gezielt Rubel-Kurs

rubel kursAls eine der Hauptursachen gilt, dass die russische Zentralbank ihre Stützungskäufe, mit denen der Rubel-Kurs für gewöhnlich stabil gehalten wurde, seit Jahresbeginn 2013 bewusst zurückgefahren hat. Ziel war es, auf diese Weise die Konkurrenzfähigkeit heimischer Unternehmen zu stärken. Angesichts der Tatsache, dass ein schwächerer Rubel laut Finanzexperten im Inland die russische Wirtschaft fördert, dürfte dieses Vorhaben gelungen sein. Das erklärt außerdem, warum der fallende Kurs des Rubels im Verhältnis zum Euro in Fachkreisen als hausgemachte Abwertung bezeichnet wird. Bereits im Frühjahr 2013 hatte der Hamburger Börsenkenner Andreas Männicke diese Entwicklung erkannt und in seinem Börsenbrief East Stock Trends Anlegern dazu geraten, den gewinnbringenden Wechselkurs von Euro zu Rubel zu nutzen. Spekulanten, die dieser Empfehlung nachkamen, haben mit Sicherheit hohe Gewinne eingefahren.

Inflation und Wirtschaftstief ebenfalls für Kurssturz verantwortlich

Weitere Gründe, warum der Rubel in Euro derart schwächelt und die russische Währung seit Beginn des vergangenen Jahres an Wert verloren hat, sind in der russischen Wirtschaft auszumachen: Das Wirtschaftswachstum in Russland lag 2013 mit bescheidenen 1,3 Prozent weit unter dem Wert (3,6 Prozent), der erwartet worden war. Hinzu kam, dass die Inflation enorm anstieg. Laut Devisenanalysten läuteten diese beiden Faktoren die Talfahrt des Rubels ein. Für den rapiden Kursverfall der vergangenen Wochen nennen sie hingegen eine externe Ursache: Seit die US-Notenbank Fed beschlossen hat, ihre ungehemmte Geldpolitik schrittweise einzustellen, haben viele ausländische Investoren ihr Kapital aus Russland zurückgezogen.

Stärkung des Rubels zum Jahresende erwartet

Aber lohnt es sich auch jetzt noch, den schwachen Rubel-Kurs auszunutzen, um Gewinne zu erzielen? Dies ist, wenn man Finanzexperten Glauben schenken möchte, nur noch eingeschränkt sinnvoll und mit großer Vorsicht zu genießen. Denn aufgrund hoher Einnahmen aus dem Öl- und Gashandel rechnet man vor allem in Russland damit, dass sich der Rubel-Kurs bereits zum Jahresende stabilisiert und damit das Allzeittief des Rubels beendet wird.

Bildquelle: flickr.com – © by Ian Barbour

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