Finanzielles Biedermeier im Europa der Inflation

Die großen Banken möchten dem deutschen Michel den finanziellen Biedermeier in die Schuhe schieben – weil der Sparer in Deutschland Angst um seine Einlagen hat. Ein bisschen Inflation wäre nicht so schlimm, so lautet der allgemeine Tenor der Kreditinstitute.

Im Gegenteil: Staatliche wie private Schuldner werden ihre Rückstände in Windeseile los und die Geldentwertung führt obendrein noch dazu, dass alle eifrig investieren – weil man lieber noch irgendetwas, als gar nichts mehr für seine Rendite bekommen möchte. Das ist gut, denn dann brummt die Wirtschaft. Und die schafft wiederum neue Arbeitsplätze…

Allerdings hat die Sache einen kaum übersehbaren Haken: Die Banken enteignen den deutschen Sparer. Wer das offen ausspricht, bekommt schnell den Stempel des Pessimisten aufgedrückt. Typisch deutsch eben! Doch ist es nicht unfair, Wachstum generieren zu wollen, indem man die ehrlichen Sparer zum Investieren zwingt? Weil Staaten und Banken selbst nicht haushalten können, soll der kleine Anleger um seine Reserven gebracht werden. Ganz legal.

Aber auch ganz alternativlos. Die Sparer haben ihre Notgroschen für Zeiten auf die Seite geschafft, in denen sie selbst am Hungertuch nagen würden. Und nicht, um für solche in die Bresche zu springen, die in fetten Jahren in Saus und Braus gelebt haben wie die Made im Speck. Man darf Sparer ja doof finden oder uncool. Aber man darf sie nicht dazu zwingen, ihre Ersparnisse als Subvention für ein Europa aufwenden zu müssen, in dem Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden.

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