Finanzministerium überarbeitet Wohn-Riester – Was bedeutet das für den Vorsorgesparer?

Der Staat fördert die betriebliche und die private Altersvorsorge, um zum Aufbau einer ergänzenden Wohn RiesterAltersvorsorge anzuregen. Die Wohn-Riester avancierte seit ihrer Einführung in 2008 zur beliebtesten Form der staatlich geförderten Altersvorsorge: Schon über eine Million Verträge wurden bereits von zukunftsorientierten Vorsorgesparen abgeschlossen. Das Konzept der Wohn-Riester an sich scheint sehr erfolgsversprechend, doch lässt man die vergangenen fünf Jahre Revue passieren, zeigt ein Blick auf die Praxis doch so einige bürokratische Hürden. Diese möchte die Regierung nun durch das Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz beseitigen.

Warum brauchen wir staatlich geförderte Altersvorsorge?

Nachhaltige demografische Veränderungen bestimmen schon seit Jahrzehnten den Wandel der deutschen Gesellschaft. Die Lebenserwartung steigt, während die durchschnittlichen Geburtenraten sinken – und damit auch die Zahl der zukünftigen Erwerbstätigen. All das führt dazu, dass wir uns bei einem Blick in die Zukunft mit einer zunehmenden Überzahl der Rentner gegenüber den in die Rentenkasse Einzahlenden konfrontiert sehen. Das zwingt den Gesetzgeber dazu, stärker einzugreifen und die einseitige Belastung der neuen Generationen aufzuheben, um die Solidarität zwischen diesen aufrecht zu erhalten.

Das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) arbeitet an Forschungsprogrammen, die sich mit den vielen Facetten des demografischen Wandels beschäftigen und versuchen folgende Fragen zu beantworten:

  • Welche Konsequenzen hat der demografische Wandel für die Struktur der Städte?
  • Wie geht die Gesellschaft konkret mit dem Wandel um?
  • Wie können Chancen genutzt und von Erfahrungen profitiert werden?

In folgendem Video wir die positive und konstruktive Herangehensweise an den demografischen Wandel versinnbildlicht:

http://www.bmbf.de/de/mediathek_video.php?V=576

Die Regierung möchte auf diesen Zug aufspringen und grundsätzlich einen positiven Blickwinkel auf den Wandel unserer Gesellschaft fördern. Als „Richtschnur bei Reformmaßnahmen in den gesetzlichen Alterssicherungssystemen“ setzt das Finanzministerium aus diesem Grund den „Grundsatz der Generationengerechtigkeit“ (vgl. bundesfinanzminiterium.de). Im Klartext heißt das:

Vertrauen stärken auf beiden Seiten!

  • Die Älteren möchten darauf vertrauen können, weiterhin von den aktuell Einzahlenden unterstützt zu werden.
  • Die Jüngeren möchten sich darauf verlassen können, dass sie nicht umsonst einzahlen und die Kassen leer sind, sobald sie selbst die Rente beziehen möchten. Und vor allem möchten sie nicht von zu hohen Rentenbeiträgen überfordert werden.

Wer sich noch ausführlicher mit dem Thema beschäftigen möchte, oder sein Expertenwissen als Demografiespezialist auf die Probe stellen will, dem sei das offizielle Quiz zum Wissenschaftsjahr 2013 empfohlen: Werden unsere Kinder 100 Jahre alt? In welchem Monat werden die meisten Babys gezeugt? In welcher Region Deutschlands ist die Lebenserwartung am Höchsten? Solche und andere interessante Fragen werden dabei gestellt und natürlich auch beantwortet. Nützliche Fakten, mit denen man nicht nur auf der nächsten Party beeindrucken kann.

Hier finden Sie das Quiz -> Werden Sie Demografie-Experte!

Was genau ist nun eigentlich Wohn Riester?

Die Riester-Rente gehört zur sogenannten zweiten Schicht der Altersvorsorge und ist eine durch staatliche Grundzulagen und durch Sonderausgabenabzugsmöglichkeiten bei der Steuer geförderte, privat finanzierte Rente. Der Erfolg des Wohn-Riester basiert auf zwei Säulen, nämlich günstige Baugeldkonditionen und Geld vom Staat:

Geld vom Staat:

Geld vom Staat, das sehen viele ja eigentlich ganz klar als Geschenk. Das Geld ist natürlich kein Geschenk im klassischen Sinne, denn der Staat hat ja kein eigenes Geld – es setzt sich am Ende doch aus unseren Steuerabgaben zusammen. Nun ja, jedenfalls bekommt ein Riester-Sparer einen gewissen Betrag zu seinen Spareinlagen bezuschusst, den er ohne seine Riester-Altersvorsorge nicht bekommen hätte. Das freut einen ja eigentlich immer, egal wo es herkommt.

  • Jeder Sparer erhält pro Jahr 154,- € staatliche Grundzulage.
  • Für jedes Kind, das nach 2007 geboren wurde, gibt es 300,- € obendrauf,
  • Für ältere Kinder bezuschusst der Staat 185,- €.
  • Wer hohe Sparraten zahlt – maximal 2.100,- € pro Jahr – kann den Beitrag zudem in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend machen.

Günstige Baugeldkonditionen:

Das Wohn-Riester-Bausparen ist das Produkt mit dem größten Interesse der Sparer. Dabei wird zunächst ein vereinbarter Betrag angespart und verzinst – und natürlich bezuschusst. Wer einen Riester-Vertrag hat, kann bis zu drei Viertel oder 100 % seines angesparten und steuerlich geförderten Kapitals zudem unmittelbar für den Kauf oder Bau seiner Wohnung verwenden. Steht ein Kauf an, gibt die Bausparkasse ein Darlehen, das anschließend abbezahlt wird. Die Zuschüsse werden nun – und das ist das Besondere daran – auch während der Tilgungsphase gewährt. Dank der Zulagen können Wohn-Riester-Sparer diese Darlehen schneller zurückführen als andere Eigenheimbesitzer ihre nicht-geförderten Kredite – unterm Strich oft eine Ersparnis von mehrerenTausend Euro Kreditzinsen. ACHTUNG: Gefördert wird allerdings nur, wenn das Darlehen für eine nach dem 31. Dezember 2007 angeschaffte oder hergestellte Wohnung verwendet wurde.

Es gibt drei mögliche Formen von begünstigten Darlehensverträgen:

  1. Den reinen Darlehensvertrag.
  2. Eine Kombination aus einem Sparvertrag mit einer Darlehensoption (Bausparvertrag).
  3. Ein Vorfinanzierungsdarlehen (Bausparkombivertrag).

Und das ändert sich an der Wohn-Riester ab 2014

Wie bereits erwähnt wurden in den vergangenen Jahren, in denen es möglich war mit Wohn-Riester für Wohn Riester 2014 Änderungendie eigene Zukunft zu sorgen, einige Lücken und Komplikationen im Riester-Konzept identifiziert und vom Finanzministerium genauestens geprüft. Diese bürokratischen Hürden sollen nun durch das „Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz“ beseitigt werden. Das Fachmagazin finanzen.net hat sich die Veränderungen mal genau angesehen. Nachfolgend die wichtigsten Änderungen ab 2014 laut den Finanzexperten von finanzen.net:

Verlängerung der Investitionsfrist

Die Frist bis zum Kauf einer neuen Immobilie nach einem Umzug nach Ablauf des Veranlagungszeitraums, lag bisher bei 2 Jahren. Dieser Zeitraum wurde nun auf bis zu 5 Jahren verlängert.

Staatliche Förderung beim Umzug mitnehmen

Bei Umzügen dürfen Wohn-Riester-Sparer einen Betrag in Höhe des „Wohnförderkontos“ in das neue Objekt investieren. In diesem fiktiven Förderkonto werden alle Sparleistungen, Zulagen und Tilgungen verbucht und jährlich mit zwei Prozent verzinst. Ab Renteneintritt müssen die Vorsorgesparer diese Summe als Einkünfte versteuern.

Flexiblere Kapitalentnahmen

Wohn-Riester-Sparer können künftig auch ohne Kombivertrag flexibler Geld aus dem angesparten Kapital entnehmen: Jeder Betrag ab 3.000,- € ist möglich, als Grundstock müssen allerdings wiederum 3.000,- € im Vertrag verbleiben. Das angesparte Kapital kann man zum Beispiel dafür verwenden, eine Immobilie zu kaufen oder Schulden abzubauen.

Maßnahmen für alters- oder behindertengerechten Umbau

Wohn-Riester-Guthaben kann künftig unbürokratischer genutzt werden, um ihr Eigenheim alters- oder behindertengerecht umzubauen: Die Hälfte des entnommenen Kapitals sollte in Umbauten investiert werden, die den Vorgaben für barrierefreies Bauen (DIN 18040-2) entsprechen. Der Rest muss für die Beseitigung eventueller Barrieren verwendet werden.

Abschließend zusammengefasst lässt sich sagen:

Die geförderte Wohn-Riester als private Altersvorsorge ist eine lohnenswerte und sinnvolle Option, um für die ferne und nahe Zukunft finanziell vorzusorgen. Die vom Staat begünstigten Vorsorgeprodukte werden durch die in 2014 vorgenommenen Änderungen zudem für den Anleger noch transparenter und besser vergleichbar.

Bildquellen: pixabay.com – © by AlexanderStein & geralt

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