Früher in Rente – finanziell möglich, aber nicht selbstverständlich

Früher in Rente zu gehen, als der Staat es eigentlich vorsieht, ist für viele Deutsche offenbar eine verlockende Option. Beinahe 90 Prozent aller Erwerbstätigen wünschen sich, vor dem 65. Lebensjahr in den Ruhestand zu wechseln; mehr als jeder Zweite zielt auf den Berufsausstieg mit 60 oder noch früher ab. Dabei ist die faktische Entwicklung eher gegenläufig. Wer früher in Rente ging, tat dies tendenziell in „jüngeren“ Jahren: 2000 beispielsweise ging der Durchschnittsbürger im Alter von 62,2 Jahren in den Ruhestand über. 2012 lag der Wert dagegen bei 64. Der Wunsch, früher in Rente zu gehen, ist also schon einmal ein Kampf gegen die Statistik.

früher in rente gehenWie viel Geld brauche ich, um früher in Rente zu gehen?

Der Hauptgrund für das steigende Renteneintrittsalter ist simpel: Oft reicht das Geld nicht aus, um die zusätzlichen Jahre ohne Arbeitseinkommen bewältigen zu können. Wer früher in Rente zu gehen plant, muss hier gezielt vorsorgen. Finanzberater empfehlen als Richtlinie, im Ruhestand circa 70 Prozent des früheren monatlichen Einkommens zur Verfügung zu haben, um einen komfortablen Lebensstandard sicherzustellen. Die gesetzliche Rente wird zudem frühestens ab dem 63. Lebensjahr gezahlt – und diese sogenannte Rente mit 63 ist ohnehin nur für die älteren Jahrgänge vor 1953 abschlagsfrei erreichbar. Kurzum: Wer früher in Rente gehen möchte, muss die finanzielle Basis dafür selbst schaffen.

Rentenabzüge im vorzeitigen Ruhestand

Die Minderung der Rentenbezüge für eine arbeitende Person, die früher in Rente gehen möchte, berechnet sich auf zwei Ebenen. Zum einen entfallen dadurch Beitragszahlungen, die sich auf die Höhe der Rente auswirken: Ein bestimmter Satz jedes Jahreseinkommens wird im Laufe des Lebens auf das persönliche Konto „aufaddiert“ und summiert sich so zum späteren Rentensatz. Zum anderen gibt es gesetzlich festgelegte Abschläge für Personen, die früher in Rente gehen, als dies vorgesehen ist: Hier wird die Rentenhöhe für jeden „verpassten“ Monat um 0,3 Prozent gekürzt, bis zu einem Maximum von 14,4 Prozent bei vier Jahren.

Früher in Rente gehen durch zeitige Investition

Die zielführendste Methode, um sich den Wunsch, früher in Rente zu gehen, erfüllen zu können, ist in jedem Fall die private Vorsorge. Wer mit dieser Idee spielt, sollte so früh wie möglich beginnen, einen Teil seines Geldes fest anzulegen. Je eher dies geschieht, desto mehr kommt im Laufe der Jahre der Zinseszinseffekt zum Tragen. Dabei kann es sich durchaus lohnen, auch etwas riskantere Anlageoptionen wie Aktien in Betracht zu ziehen, die höhere Renditen aufweisen als einfache Festgeldverträge. Die staatlich geförderte Rieser-Rente ist ebenfalls erwähnenswert – ein Riestervertrag ist zwar hinsichtlich seiner Formalia komplex und seine Auszahlung steuerpflichtig, aber im Gegenzug ist er praktisch risikofrei. Mit einer wohldurchdachten Kombination unterschiedlicher Anlageformen ist die Intention, früher in Rente zu gehen, durchaus realisierbar.

Bildquellen: pixabay.com – © by PublicDomainPictures

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