Gehaltsvergleich: Wie sind die Gehälter in Deutschland verteilt?

Gehälter in Deutschland – ein Tabuthema? Von wegen. An wenigen Zahlen sind Deutsche dieser Tage so interessiert wie an dem (hoffentlich) vier- oder sogar fünfstelligen Einkommen Ihres Gegenübers, wenn sie auch nicht offen darüber sprechen. Für die Neugierde gibt es indes gute Gründe, denn bisweilen spalten gewaltige Abgründe die Gehälter in Deutschland. Vorsichtige Menschen suchen daher im Internet oder der Presse nach einem Gehaltsvergleich, um in Erfahrung zu bringen, ob ihnen etwas vorenthalten wird. Gehälter in Deutschland variieren bisweilen erheblich.

Was ein Gehaltsvergleich offenlegt

Grundsätzlich nimmt man noch immer stillschweigend an, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der geleisteten Arbeit und der Höhe des Gehalts gibt. Umso größer ist der Schock, wenn nach einem Gehaltsvergleich die Möglichkeit besteht, dass ein Mitarbeiter, den man kaum zu Gesicht bekommt, eines der beeindruckendsten Gehälter in Deutschland einfährt – wohingegen sich ein dem Betrieb seit Jahrzehnten treuer Kollege möglicherweise am unteren Ende der Gehaltspyramide aufhält.

Unterschiede von Stadt zu Stadt

Zudem beeinflusst der Aufenthaltsort die Gehälter in Deutschland: In großen Metropolen wie Frankfurt, Stuttgart und München werden auch die größten Bruttolöhne ausgezahlt. Dies ergibt insofern Sinn, dass in diesen Städten auch mit hohen Lebenserhaltungskosten zu kämpfen ist. Doch wer denkt, der Gehaltsvergleich hänge direkt mit der Einwohnerzahl zusammen, dem machen Städte wie Berlin oder Dresden einen Schnitt durch die Rechnung: Hier werden die niedrigsten Gehälter in Deutschland gezahlt.

Gehälter in Deutschland: nach oben hin offen Gehaltsvergleich Deutschland

Werfen wir einen Blick auf die Gehaltstabelle: Ganz oben im deutschen Gehaltsvergleich stehen Geschäftsführer mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von circa 157.000 Euro. Also ist klar, was zu tun ist: Geschäftsführer werden! Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass dieser Durchschnitt von einer Handvoll Personen an der Spitze verzerrt wird. Geschäftsführer kleiner Firmen mögen Gehälter in Deutschland erhalten, die den Einnahmen ihrer Angestellten entsprechen. Hat man also nicht genug Apple-Aktien im Schrank, ist die nächstbeste Option eine Anstellung als Arzt: Diese liegen im Gehaltsvergleich mit circa 83.000 Euro im Jahr ein gutes Stück unter den Geschäftsführern und kommen dennoch an zweiter Stelle. Natürlich kann man diesen Durchschnittsbetrag in der richtigen Position um einiges überschreiten – zum Beispiel als Chefarzt. Mit 279.000 Euro im Jahr verdient ein solcher „Herr in Weiß“ eines der höchsten Gehälter in Deutschland. Kein Vergleich mit den 52.000, die ein Serviceleiter im Pflegebereich erhält.

Nicht in Unkosten stürzen lassen

Kommen wir jedoch zurück zu den Lebenserhaltungskosten: Diese fließen nur selten in den Gehaltsvergleich mit ein, sollten jedoch unbedingt berücksichtigt werden. Wird das Einkommen von lebensnotwendigen Ausgaben erodiert, helfen die besten Gehälter in Deutschland nicht: Es tun sich vorn und hinten Lücken auf. Daher kann es sich durchaus lohnen, für einen schlechter bezahlten Job in eine Stadt zu ziehen, in der die Heizkosten nicht so hoch sind. Auf der Suche nach einem Ort mit entgegenkommenden Lebenserhaltungskosten sollte man stets bei den Mietpreisen beginnen – für Logis wird der größte Teil der Gehälter in Deutschland ausgegeben, gefolgt von der Mobilität und Ernährung.

Deutschland einig Vaterland?

Es überrascht niemanden mehr, dass die Gehälter in Deutschland in zwei Hälften gespalten sind, und dass die östliche im Gehaltsvergleich deutlich schlechter abschneidet. Etwas besorgniserregend ist jedoch die Größe dieses Schnitts: Bis zu 21 Prozent geht die Schere zwischen dem Ost- und Westeinkommen auseinander. Mit anderen Worten: Für die gleiche Arbeit wird ein Einwohner der neuen Bundesländer um mehr als ein Fünftel schlechter bezahlt. Im Vergleich mit den 4,6 Prozent, die diese Lücke im Jahre 1995 betrug, ist nicht gerade von einer Verbesserung zu sprechen. Zwar kommen den Betroffenen auch hier die niedrigeren Lebenserhaltungskosten entgegen, aber dennoch muss man sich fragen, warum die Gehälter in Deutschland bisweilen so dramatisch auseinanderdriften.

Mann und Frau im Gehaltsvergleich

Es gibt noch eine weitere Schere, die den Gehaltsvergleich spaltet: Frauen bekommen stets die niedrigeren Gehälter in Deutschland – im Schnitt 22 Prozent. Diese kleine Tatsache ist hierzulande gut bekannt, scheint aber nur wenigen Menschen sauer aufzustoßen, da es sich offenbar eingebürgert hat, dass Frauenarbeit weniger wert ist. Im Fall körperlich anstrengender Berufe ließe sich ein solcher Sprung in der Gehaltstabelle vielleicht sogar noch begründen, doch warum sollte eine weibliche Verwaltungs- oder Kreativkraft deutlich schlechter im Gehaltsvergleich abschneiden als ihre männlichen Kollegen, die immerhin die gleiche Arbeit erledigen? Da Gehälter in Deutschland nicht von heute auf morgen reformiert werden, müssen Frauen wohl noch weiterhin viel Mühe, Zeit und Glück einsetzen, um eine Stelle zu finden, in der sie fair entlohnt werden.

Equal Pay Day

Diese Lohnlücke symbolisiert der sogenannte internationale „Equal Pay Day“ auf besonders beeindruckende Weise: Ausgehend von der Prämisse, dass Frauen im Gehaltsvergleich ebenso hoch liegen wie die Männer, wird berechnet, von welchem Tag des Jahres an sie unentgeltlich arbeiten – wann Sie also rechnerisch betrachtet für die gleiche Menge an Geld mehr Leistung erbringen. In Deutschland wird er nicht ganz so fantasievoll begangen: Hier wird der Prozentunterschied der männlichen und weiblichen Gehälter in Deutschland auf die Anzahl der Tage im Jahr angewandt, und an dem entsprechenden Datum wird der Equal Pay Day begangen. Im Jahr 2013 und 2014 ist dies gleichermaßen der 21. März. Ob sich die Gehälter in Deutschland irgendwann so weit angleichen, dass er am 1. Januar gefeiert werden kann?

Aus welchem Grund man sich auch für einen Gehaltsvergleich interessieren mag, man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass nicht nur der reine Bruttolohn, sondern viele weitere Faktoren von Bedeutung sind. Aus diesem Grund ist die Frage nach der durchschnittlichen Höhe der Gehälter in Deutschland immer erst der Anfang.

Bildquelle: pixabay.com – © by PublicDomainPictures

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