Guter Start mit Elterngeld?

Das Elterngeld soll – so steht es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend – „den notwendigen Schonraum für einen guten Start in das gemeinsame Leben mit dem neuen Familienmitglied“ schaffen. Im Folgenden finden Sie einige wichtige Informationen dazu.

Das 2007 eingeführte Elterngeld wird an Mütter und Väter über einen Zeitraum von maximal 14 Monaten gezahlt. Diesen dürfen sie frei untereinander aufteilen, doch kann ein Elternteil mindestens zwei und höchstens zwölf Monate beziehen. Ausnahme sind Alleinerziehende: Sie haben Anspruch auf die vollen 14 Monate. Das Elterngeld soll den Einkommenswegfall, der durch die Betreuung nach der Geburt entsteht, auffangen. Grundlage ist daher das durchschnittliche verfügbare Monatseinkommen.Elterngeld

Höhe des Elterngelds

Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro und ersetzt je nach Voreinkommen zwischen 65 bis 100 Prozent desselben. Je geringer das Einkommen, desto höher der prozentuale Anteil. Ein Beispiel: Bei einem Voreinkommen zwischen 1.000 und 1.200 Euro hat der Elternteil Anspruch auf 67 Prozent Ersatz.

Das Mindestelterngeld von 300 Euro erhalten alle, die nach der Geburt ihr Kind selbst betreuen und maximal 30 Stunden wöchentlich beruflich tätig sind, wie etwa Studierende oder Hausfrauen/-männer. Beim Arbeitslosengeld II, der Sozialhilfe und beim Kinderzuschlag wird es vollständig als Einkommen angerechnet.

Voraussetzungen

Anspruch auf Elterngeld haben Väter und Mütter, die:

• ihren ersten Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben

• mit dem Kind in einem Haushalt leben

• ihr Kind selbst betreuen und erziehen

• keine oder keine vollständige Erwerbstätigkeit ausüben

Keinen Anspruch auf Elterngeld haben jene, die allein mehr als 250.000 Euro oder zusammen mit ihrem Ehepartner mehr als 500.000 Euro im Kalenderjahr vor der Geburt verdienen.

Elterngeld online berechnen

Ihren Anspruch auf Elterngeld berechnen können Sie übrigens ganz einfach – online über den Elterngeldrechner auf www.bmfsfj.de oder www.elterngeld.net. Über letztgenannte Adresse können Sie über eine Anspruchsprüfung auch in Erfahrung bringen, ob Sie alle Voraussetzungen für den Bezug erfüllen, denn dies kann im Einzelfall recht schwierig sein.

Wo und wie kann ich Elterngeld beantragen?

Elterngeld beantragen Sie bei der zuständigen Elterngeldstelle. In Hessen sind dies die Ämter für Versorgung und Soziales. Einen Überblick finden Sie unter www.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=88966.html.

Dem Antrag beigefügt werden muss die Geburtsbescheinigung des Kindes, die Kopie vom Personalausweis der Eltern, die Nachweise zum Einkommen vor der Geburt, die Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld, die Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld sowie eine Arbeitgeberbescheinigung zur gewährten Elternzeit. Übrigens: Rückwirkend kann das Elterngeld nur für die letzten drei Lebensmonate vor Antragstellung geleistet werden.

Ist das Elterngeld als familienpolitisches Instrument wirkungslos?

Trotz der Einführung des Elterngelds scheint eine Trendwende bei der Geburtenrate nicht in Sicht – ganz im Gegenteil: 2011 war sie in Deutschland so niedrig wie noch nie und nirgendwo in Europa ist sie geringer als im Land der Dichter und Denker. Da werden Unkenrufe laut, das Elterngeld verpuffe wirkungslos, doch das entspricht nicht ganz der Wahrheit, denn es wird gut angenommen – auch von Vätern. Aber nur das Elterngeld kann das Ruder eben nicht rumreißen. Das Kernproblem ist nach wie vor die Betreuungssituation. Nicht nur, dass es immer noch zu wenig Kita-Plätze gibt, wo sie gebraucht werden, auch die Öffnungszeiten sind mit dem Beruf selten vereinbar. Denn wer hat schon um 15 Uhr Feierabend? Einen kleinen Lichtblick gibt es aber: Die Geburtenrate unter Akademikerinnen ist leicht gestiegen.

Elterngeld Plus – die Pläne der Großen Koalition

Um die Attraktivität des Elterngelds zu steigern und so der Geburtenrate neuen Auftrieb zu geben, plant die neue Bundesregierung laut Koalitionsvertrag das sogenannte Elterngeld Plus. In Zukunft sollen Eltern die Bezugszeit auf 28 Monate ausweiten können, wenn parallel eine Teilzeitbeschäftigung ausgeübt wird. Darüber hinaus ist ein „Partnerschaftsbonus“ geplant: Wenn sowohl Vater als auch Mutter 25 bis 30 Stunden wöchentlich arbeiten, erhöht sich das Elterngeld um zehn Prozent.

Bildquelle: pixabay.com – © by PublicDomainPictures

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