Hilfe, in meiner Wohnung schimmelt es! Habe ich Anspruch auf Mietminderung?

MietminderungMängel an Mietshäusern und -wohnungen sowie die damit einhergehenden Probleme Schadensbeseitigung und Mietminderung sind wichtige Themen in den Beratungsstellen des Deutschen Mieterbundes (DMB). Wann Sie Anspruch auf Mietminderung, z. B. bei Schimmel haben und wie Sie vorgehen müssen, erfahren Sie hier.

Es ist Ihr gutes Recht, bei einem Mangel die Miete zu mindern, doch es gibt dabei einiges zu beachten. Die Liste der möglichen Mängel ist lang und reicht von Lärm- und Geruchsbelästigung über Fahrstuhl- und Heizungsausfall bis hin zu Wasserschäden und Schimmelbefall.

Weil die meisten Mieter ihre Rechte nicht kennen, zahlen viele trotz massiver Beeinträchtigungen weiter die volle Miete und verschenken nach Einschätzung des DMB so leichtfertig über 100 Millionen Euro im Jahr.

Voraussetzungen klären

Zunächst einmal gilt der Grundsatz: Wenn der Mieter die Wohnung nicht nutzen kann, wie er will und er es laut Vertrag erwarten darf, liegt ein Mangel vor. Daher steht zunächst das sorgfältige Studium des Mietvertrages an. Weicht der aktuelle Zustand der Wohnung vom im Kontrakt beschriebenen Sollzustand ab, liegt ein Mangel vor, und die Mietminderung ist rechtens. Genauer hinschauen lohnt sich auch, wenn Zusicherungen des Vermieters Teil des Vertrages sind.

Übrigens: Regelungen im Mietvertrag, die das Recht der Mietminderung beschränken oder ausschließen, sind in den meisten Fällen ungültig!

Sozial- und ortsübliche Beeinträchtigungen wie spielende Kinder oder Verkehrslärm sind von der Mietminderung ausgeschlossen. Gleiches gilt für selbst verschuldete Mängel. So muss beispielsweise vor der Mietminderung bei Schimmel geprüft werden, ob dieser durch bauliche Defizite oder aufgrund von unzureichendem Lüften und Heizen entstanden ist. Kein Wunder, dass Schimmel zu den häufigsten Streitfällen zwischen Mietern und Vermietern gehört.

Erst die Mängelanzeige berechtigt zur Mietminderung und ist Ihre Pflicht!

Voraussetzung für eine Mietminderung ist die Mängelanzeige, zu der Sie als Mieter gesetzlich verpflichtet sind, und zwar unverzüglich nach Feststellen des Mangels gemäß Paragraf 536 Bürgerliches Gesetzbuch. Nur so hat der Vermieter die Möglichkeit, den Schaden o. ä. zu beseitigen. Mit der Anzeige tritt das Mietminderungsrecht in Kraft, mit der Beseitigung der Mängel dessen Ende.

Um wie viel können Sie die Miete mindern?

Um wie viel Prozent Sie im Einzelfall die Miete mindern dürfen, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Es existieren nämlich keine Gesetze oder verbindlichen Richtlinien zur Höhe der Mietminderung. Laut geltendem Recht sollte sie „angemessen“ sein und sich nach der Gebrauchstauglichkeit der Mietsache richten. Eine Orientierung bietet die DMB-Broschüre “Wohnungsmängel und Mietminderung“ mit über 500 Gerichtsurteilen ebenso wie die Mietminderungstabelle auf www.mietminderung.org. In letzter Konsequenz aber liegt es im Ermessen des jeweiligen Amtsrichters.

Bildquelle: pixabay.com – © by sativis

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