Kann Wachstum die Lösung sein?

Die Wirtschaftskrise ist allgegenwärtig, auch wenn sich positive Meldungen, die einen Hoffnungsschimmer suggerieren sollen, mit negativen Schlagzeilen abwechseln, über die schnell hinweggeschritten wird. Ich sehe mal wieder einen Politiker in den Nachrichten, der nicht nur eine Lösung für die Probleme vorschlägt, sondern DIE Lösung all unserer Wirtschaftlichen Probleme auf ein Wort reduziert: Wirtschaftswachstum.

Die wirtschaftlich erfolgreichsten Jahre, als Deutschland in der Nachkriegszeit zu einer Wirtschaftsmacht aufstieg, sind allerdings schon lange vorbei. Sie werden auch nicht wieder kommen. Den wir sind in einer gänzlich anderen Situation, wir haben mehr, wir wollen mehr und glaubt man meinen Großeltern sind wir schlicht verwöhnt von unserer Zeit, auch wenn damals alles besser war.Alle Parteien träumen von einem Wirtschaftswachstum, was der geringste Weg des Widerstandes und am kurzfristigsten für Erfolg spricht, ist langfristig aber nicht weitergedacht als bis zur nächsten Bundestagswahl oder ihren eigenen Pensionen.Den gehen wir mal von einem Wirtschaftswachstum von 2% aus. Das heißt, wir müssen jedes Jahr 2% mehr produzieren. In 10 Jahren, während die meisten Politiker ihren Bauch in der Sonne von Mallorca bräunen, müssen wir also schon 20% mehr produzieren als heute.

Wer soll das tun bzw. wer soll die mehr geschaffenen Dienstleistungen abnehmen, bzw. die Produkte kaufen? Die Mehrzahl an Arbeitnehmer, die innerhalb dieser 10 Jahre eine Lohnerhöhung von 3% erhalten haben und soviel arbeiten müssen, dass sie gar nicht die Zeit haben etwas zu kaufen? Oder doch lieber die Rentner, die in der Altersarmut gefangen sind? Diese wächst übrigens auch grade, aber das ist nicht das Wachstum was wir wollen.

Um dieses Wachstum zu erreichen brauchen wir mehr Geld. Aber Geld wächst nicht auf den Bäumen, Geld vermehrt sich auch nicht, wie folgender Artikel schon schön zusammenfasst:http://jennyger.blog.de/2011/12/28/geld-kann-nicht-arbeiten-12363602/

Schon seit Jahren predigen intelligente Menschen, dass Wachstum keine Lösung ist. Aber eine alternative Lösung ist schwierig, erfordert Umdenken, langfristige Planung und neue Ideen. Der Mut etwas zu ändern ist nicht vorhanden und seien wir mal ehrlich, wer von uns hätte auch wirklich Lust darauf, sich gegen ein System zu stellen, wo man am Ende am Strand liegt und sich den Bauch bräunt.

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3 Kommentare.

  1. Toller Beitrag. Kann nicht schaden, sich damit detailierter zu befassen. Ich werde bestimmt auch die weiteren Posts verfolgen.

  2. Wirtschaftswachstum kommt doch nur bei den Unternehmen an, am Ende. Natürlich haben einige Individuen mehr Geld, aber im Enteffekt produziert der kleine Mann das Geld fuer die großen Unternehmen.

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