Kreditwürdigkeit: Beurteilung bleibt Geheimnis der Schufa

Mit ihren Scorings beurteilt die Schufa die Kreditwürdigkeit von Personen und bewertet die Wahrscheinlichkeit, mit der Verbindlichkeiten vertragsgemäß erfüllt werden. Die Scorings basieren auf persönlichen Daten. Welche davon in welchem Umfang in die Berechnung einfließen, bleibt jedoch das Geheimnis der Schufa. Auskunft darüber muss sie nicht geben – so urteilte jetzt der BGH.  Die Werte, die man bei der Selbstauskunft erhält, genügten den gesetzlichen Vorschriften. Obwohl das Bundesdatenschutzgesetz verlangt, dass das Zustandekommen derartiger Auskünfte „in allgemein verständlicher Form“ dargelegt werden muss. Wie passt das zusammen?

So beurteilen die Medien das BGH-Urteil zur Kreditwürdigkeit

Kreditwürdigkeit SchufaDie meisten Zeitungen setzen sich mit dem aktuellen BHG-Urteil kritisch auseinander. Während der Spiegel nur kurz auf die Umstände der Klage – eine Namensverwechslung – eingeht und betont, wie dünn die Urteilslage zu dieser Thematik ist, befasst sich die Tagesschau näher mit der Argumentation beider Seiten. Der Klägerin ging es vor allem um Transparenz. Durch die Namensverwechslung platze bei ihr zunächst die Finanzierung für einen Autokauf. Später wurde ihr Score dann mangels Datengrundlage anhand von Erfahrungen mit einer Vergleichsgruppe ermittelt worden, die ebenfalls der Datenbasis entbehrte. Wie dies möglich gewesen sei, interessierte laut Handelsblatt auch den Vorsitzenden Richter, der sich zudem über die unterschiedlichen Scoring-Ergebnisse nach Branche wunderte. So kam die Klägerin im Bereich Telekommunikation auf 81,14 %, bei Banken hingegen auf 92,94 % – alles ohne fundierte Datengrundlage, wohlgemerkt. Nicht nachvollziehbar, so das gängige Medienurteil. Der Anwalt der Gegenseite verteidigte das Vorgehen der Schufa damit, dass das mathematisch-statistische Schufa-Verfahren zur Ermittlung der Kreditwürdigkeit wissenschaftlich anerkannt sei und berief sich auf das Geschäftsgeheimnis, demzufolge die genaue Formel nicht preisgegeben werden dürfe und bekam schließlich recht.

Verbraucher haben Anspruch auf Schufa-Auskunft und können Datenlöschung beantragen

2012 verfügte die Schufa nach eigenen Angaben über 655 Millionen Informationen zu 66,2 Millionen Menschen und vier Millionen Unternehmen, die meisten davon stammen von Vertragspartnern. Verbraucherschützer raten dazu, eine Schufa-Auskunft anzufordern und vom gesetzlichen Auskunft -Anspruch über gespeicherte Daten Gebrauch zu machen. Stellt man Unstimmigkeiten fest, kann man schriftlich, per Einschreiben die Löschung oder Korrektur der Daten beantragen.

Bildquelle: pixabay.com – © by Nemo

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