Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Wohl dem, der bis ins hohe Alter mit seinen eigenen Zähnen noch kraftvoll zubeißen kann. Die meisten haben dieses Glück nicht – sei es durch schlecht gepflegte Zähne oder eine genetisch bedingte Anfälligkeit für Karies und Parodontitis. Wer Zahnersatz braucht, für den kann es schnell sehr teuer werden. Dies gilt in besonderem Maße, wenn man auf höherwertige Produkte wie Implantate und Inlays setzt – bis zu sage und schreibe 3.000 Euro kann da ein einzelner Zahn kosten. Eine Zahnzusatzversicherung ist in diesem Fall durchaus sinnvoll. Aber Vorsicht: Der Teufel steckt im Detail!

Wenn die Zeit am Zahn nagt, wird’s teuer

ZahnzusatzversicherungDie gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich ausschließlich an den Kosten für die Regelversorgung, die für jeden zahnmedizinischen Befund genau festgelegt sind. Für den Zahnersatz beispielsweise heißt das: Es spielt keine Rolle, ob man sich für Krone, Brücke, Prothese, Inlays oder Implantate entscheidet – die Krankenkasse zahlt stets den gleichen Zuschuss. Allein der regelmäßige Gang zum Zahnarzt kann hier ein wenig an der Kostenschraube drehen: Nimmt man die regulären Kontrolluntersuchungen wahr, kann sich der Festzuschuss erhöhen.

So oder so: Zahnersatz kostet Geld. Wählen Sie die günstigste Variante, halten sich die Kosten mehr oder weniger in Grenzen. Entscheiden Sie sich aber für höherwertigen Zahnersatz – und das umfasst auch Kronen oder Brücken mit Keramikverblendung -, wird es teuer. Von Implantaten und Inlays ganz zu schweigen. Hier lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung.

Zahnzusatzversicherung rechtzeitig abschließen

Eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, also ein Zahn herausgefallen ist oder in absehbarer Zeit gezogen werden muss, bringt nichts, denn nach Abschluss des Vertrages gilt zunächst eine Wartezeit von acht Monaten. Darüber hinaus beschränken die meisten Versicherungen Ihre Zahlungen in den ersten Jahren auf bestimmte Höchstbeträge. Auch wer ein chronisches Zahnleiden verschweigt, tut sich keinen Gefallen, da der Versicherer das Recht hat, die Angaben des Kunden zu überprüfen, und im Fall der Zuwiderhandlung vom Vertrag zurücktreten darf.

Vorsicht beim Kleingedruckten!

Wie so oft, gilt auch hier: Lesen Sie sich die Versicherungsbedingungen im Vertrag sehr aufmerksam durch. Mit welcher Wartezeit muss ich rechnen? Wie lange und wie stark schränkt der Versicherer die Zahlungen in den ersten Jahren ein? An welchen Kosten und in welcher Höhe beteiligt sich die Versicherung? Vor allem Verbraucher, die Interesse an Inlays und Implantaten haben, sollten ganz genau hinschauen, denn in einigen Tarifen beteiligen sich die Versicherer nur in sehr geringem Umfang an den Kosten oder schließen diese sogar ganz aus.

Fazit: Eine Zahnzusatzversicherung ist, wenn man die günstigste Variante für sich ausschließt und sie frühzeitig abschließt, durchaus vernünftig. Aber eine intensive Beschäftigung mit diesem Thema – möglicherweise auch in Rücksprache mit dem Zahnarzt Ihres Vertrauens -, ist in jedem Fall ein Muss.

Bildquelle: pixabay.com – © by OpenClips

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