Microblogging-Dienst Weibo strebt an die US-Börse

Weibo Microblogging

Der größte chinesische Microblogging-Anbieter Weibo möchte es nun dem populären US-Tweet-Service Twitter nachtun und plant den Gang an die Börse. Vor Kurzem schaffte Weibo, was im Chinesischen wörtlich übersetzt „Microblogging“ bedeutet, die Voraussetzungen für dieses Vorhaben und legte der Börsenaufsichtsbehörde SEC den erforderlichen Antrag vor. Von der Börsennotierung verspricht man sich Einnahmen in Höhe von circa 500 Millionen US-Dollar.

Weibo – dieser Name ist Programm

Das Microblogging ist ohne Frage einer der größten Trends unserer Zeit. Tweets geben dem User die Möglichkeit, seine Gedanken zu bestimmten Themen oder für ihn wichtige Neuigkeiten in Echtzeit zu veröffentlichen. Twitter wird beispielsweise von Privatpersonen genauso für das Microblogging genutzt wie von Unternehmen verschiedenster Branchen oder unterschiedlichsten Institutionen. Aktuell nehmen weltweit über 240 Millionen Mitglieder die Angebote des US-Dienstanbieters in Anspruch, bei dem für das Online-„Gezwitscher“ maximal 140 Unicode-Zeichen pro Tweet zur Verfügung stehen. Wie viele Nutzer Weibo hat, ist schwer zu sagen. Der 2009 von Sina Corporation gegründete Microblogging-Dienst spricht selbst von ungefähr 129 Millionen Usern monatlich. Was die Funktionen betrifft, ist Weibo stark an Twitter angelehnt. Auch hier ist die Länge der Posts auf 140 Zeichen limitiert, die Hashtag-Kennzeichnung von Themen ist ebenso Usus.

Microblogging im Zeichen der Zensur

Da es um die Meinungsfreiheit in der Volksrepublik China bekanntermaßen schlecht bestellt ist, unterliegt auch das Microblogging der staatlichen Zensur. Wer Weibo nutzt, muss also davon ausgehen, dass Nachrichten mit kritischen Inhalten vom Staat direkt aus dem Verkehr gezogen werden. Auf Tibetisch abgefasste Meldungen haben bei Weibo überhaupt keine Aussicht auf Veröffentlichung, weil der chinesische Staatsapparat in dieser Hinsicht äußerst sensibel und streng reagiert. Alles, was das System gefährden könnte, bleibt außen vor!

Börsenmillionen für Weibo

Der von Weibo vorgelegte Börsenprospekt gibt Aufschluss darüber, dass der chinesische Kurznachrichtendienst durch seine Börsennotierung umgerechnet circa 360 Millionen Euro auf der Haben-Seite verbuchen möchte. Da es sich beim Microblogging per se auch beim Branchen-Primus Twitter um ein finanzielles Verlustgeschäft handelt, ist diese Finanzspritze bitter nötig. Twitter ist seit November 2013 an der Börse notiert. Seitdem hat sich der Aktienwert verdoppelt. Auch in dieser Hinsicht würde Weibo dem US-Vorbild selbstverständlich nur allzu gerne nacheifern.

Das durch den Börsengang eingenommene Geld möchte Weibo einsetzen, um die Abspaltung vom IT-Unternehmen Sina zu finanzieren. Des Weiteren soll selbstverständlich in den technologischen Ausbau inverstiert werden, um den Nutzern einen verbesserten Service für das Microblogging bieten zu können. Und natürlich sollen auch Gelder in das Marketing des chinesischen Microblogging-Giganten fließen.

Bildquelle: flickr.com – © by bfishadow

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