Mietkaution-Rückzahlung: Was ist zu beachten?

rückzahlung mietkautionWenn das Ende eines Mietverhältnisses seine Schatten vorauswirft, stellt sich auch die Frage nach der Mietkaution-Rückzahlung. Und nicht selten kann diese Rückzahlung zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Mieter und Vermieter führen. Um unnötigen Streit zu vermeiden, gilt es, bei der Mietkaution-Rückzahlung Folgendes zu beachten:

Eine sofortige Rückzahlung der Mietkaution nach der Wohnungsübergabe ist in der Regel nicht möglich. Zu allererst steht dem Vermieter das Recht zu, die tatsächliche Erfüllung aller seiner Ansprüche aus dem Mietverhältnis einer Prüfung zu unterziehen.

Eine Pflicht zur Mietkaution-Rückzahlung besteht erst, wenn diese Ansprüche erfüllt wurden. Also wenn:

  • die Wohnung beziehungsweise die Räume ordnungsgemäß und frei von Mängeln an den Vermieter übergeben wurden. Am besten lässt sich der Mieter dies in einem Übergabeprotokoll bestätigen.
  • keine offenen Nebenkosten mehr bestehen.

Falls noch offene Nebenkosten bestehen, dient die Mietkaution zur Deckung dieser Außenstände. Eine Prüfung der offenen Kosten ist deshalb unbedingt zu empfehlen. Sie können etwa Mietrückstände, Beschädigungen, unterlassene Renovierungsarbeiten oder Umzugsspuren umfassen. Seitens des Vermieters besteht die Pflicht, die Mietkaution umgehend zurückzuzahlen, wenn alle seine Ansprüche erfüllt wurden. Bis zur ordnungsgemäßen Übergabe und Tilgung aller offenen Nebenkosten darf die Kaution dagegen einbehalten werden. Eine Rückzahlungs-Frist gibt es hier also nicht.

‘‘Abwohnen“ statt Mietkaution-Rückzahlung geht nicht!

Eine Verrechnung der Mietkaution mit der ausstehenden Miete, sogenanntes ‘‘Abwohnen“, ist nicht möglich. Eine solche Praktik kann sogar mit zusätzlichen hohen Kosten für den Mieter verbunden sein. Denn sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, muss der Mieter die Verfahrenskosten plus die einbehaltene Miete zahlen.

Für die Überprüfung der Wohnung auf etwaige Beschädigungen oder Reparaturen steht dem Vermieter eine Frist von drei bis sechs Monaten zu. In diesem Fall hat der Mieter Anspruch auf eine Abrechnung, aber keinen auf die Rückzahlung der Kaution. Während dieser sogenannten Überlegungsfrist kann der Vermieter demnach auch nicht in Verzug geraten.

Zu einer teilweisen Mietkaution-Rückzahlung kann es kommen, wenn der Vermieter keine Ansprüche geltend macht und nur noch eine offene Nebenkostenstelle existiert. Dann hat der Vermieter die Pflicht zu einer teilweisen Mietkaution-Rückzahlung, er darf lediglich einen Betrag in der Höhe der offenen Nebenkosten einbehalten. Dies entspricht dem Zweck der Kaution, nämlich der Sicherung aller Ansprüche, sprich der Betriebskosten, die sich aus dem Mietverhältnis ergeben.

Wenn nun alle offenen Nebenkosten gedeckt, die Wohnung ordnungsgemäß übergeben und der Vermieter alle Prüfungen abgeschlossen hat, dann steht der Mietkaution-Rückzahlung nichts mehr im Wege. Die Kaution, die vom Vermieter zum üblichen Zinssatz angelegt werden musste, wird samt den Zinsen an den Mieter zurückgezahlt. Sollte es sich um eine Bürgschaft oder einer Versicherungspolice handeln, werden die entsprechenden Dokumente ausgehändigt. Der Anspruch des Mieters auf eine Mietkaution-Rückzahlung besteht bis zu drei Jahren, danach verfällt er.

Bildquelle: pixabay.com – © by geralt

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