Mit Hochzinsanleihen auf Renditejagd

hochzinsanleihen geldanlageDie als Schrottanleihen (englisch: Junk-Bonds) verschrienen Anleihen sind ungesicherte Schuldverschreibungen von Unternehmen oder Staaten mit einer schlechten Bonität. Hochzinsanleihen oder High Yield Bonds haben dennoch Hochkonjunktur. Auch in Deutschland zählen die Anleihen vieler Firmen zum Hochzinssektor. Laut Finanzprofis sind Hochzinsanleihen die Anlageform, die in der momentanen wirtschaftlichen Situation die höchste Rendite bringt. Laut einer Statistik der LBBW kamen Anleger bei Hochzinsanleihen auf einen Gesamtertrag von 10,1 Prozent – bei Bundesanleihen oder Unternehmensbonds besserer Bonität dagegen nur auf 1,8 Prozent.

Wie funktionieren Hochzinsanleihen?

Eine Anleihe ist ein zinsbringendes Wertpapier, das zur langfristigen Fremdfinanzierung dient. Der Käufer einer solchen Anleihe bekommt als Gegenleistung für die Überlassung seines Geldes während der Laufzeit den in der Urkunde festgelegten Zins. Nach Ablauf der Laufzeit wird der Kapitalbetrag zurückgezahlt. Im Gegensatz zu Aktieninhabern haben Inhaber von Anleihen kein Mitspracherecht und halten keinen Anteil am Unternehmen. Anleihen werden kurz-, mittel- oder langfristig angelegt und haben eine Laufzeit von ungefähr vier bis acht Jahren. Je länger die Laufzeit, desto höher die Verzinsung.

Firmen sind immer häufiger auf den Kapitalmarkt angewiesen, weil die Banken zuletzt ihre Firmenkredite stark zurückgefahren haben. Eine Anleihe ist damit ein gutes Mittel für ein Unternehmen, um an Kapital zu kommen.

Für Anleger versprechen Hochzinsanleihen hohe Zinsen bei einem ebenfalls hohen Anlagerisiko. Hochzinsanleihen werden beispielsweise von Staaten und Unternehmen herausgegeben, die sich in einer angespannten Finanzsituation befinden und dringend Kapital benötigen. Die Kreditwürdigkeit dieser Firmen ist schlechter als die von Unternehmen mit guter Bonität. Rating-Agenturen wie Moody’s und Standard & Poor’s bewerten diese Anleihen deshalb niedrig. Ab einer Bewertung mit B beginnt der spekulative Bereich, das heißt diese Firmen befinden sich im Bereich der Hochzinsanleihen. Das Risiko ist hoch: Bei Konkurs der Firma geht der Anleger leer aus. Experten von Ratingagenturen erwarten in diesem Jahr eine Ausfallquote von sechs Prozent – im Jahr 2007 lag die Quote aber zeitweise noch bei knapp 15 Prozent.

Die Risikobereitschaft des Anlegers wird mit hohen Zinsen belohnt. Außerdem ist die Gefahr kalkulierbar geworden. In der momentanen Mixtur aus sich bessernder Konjunktur und historisch niedriger Zinsen haben Hochzinsanleihen am Markt durchaus ihren Reiz. Die Wirtschaftsbelebung bringt für die Unternehmen stabilere Bilanzen und höhere Gewinne. Die Qualität der Schuldner wird besser und damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Firmen ihre Schulden zurückzahlen können.

Insgesamt kommt es auf die Auswahl der Anleihen an. Wenn man sich nicht mit Firmenbilanzen beschäftigen will, kann man sich an einen Profi wenden. Außerdem sollte man auf breit gestreute Fonds setzen. Dadurch fällt ein einzelner Ausfall nicht so stark ins Gewicht.

Bildquelle: pixabay.com – © by geralt

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