Mit Pflegezusatzversicherung sicher vorsorgen

Eine Pflegezusatzversicherung ist ein Angebot, über das sich nur wenige Menschen aus eigenem Antrieb Gedanken machen. Gerade in jüngeren Jahren denken die meisten von uns überhaupt nicht daran, später möglicherweise in den Zustand der Pflegebedürftigkeit zu geraten. Zu Unrecht, wie die Statistik zeigt: Im Durchschnitt ist jeder Zweite im Laufe seines Lebens, zumeist im Alter, auf Pflege angewiesen. Die Pflegepflichtversicherung, die jede sozialversicherte Person in Deutschland abschließen muss, übernimmt häufig nur einen Teil der anfallenden Kosten, sollte der Pflegefall eintreten. Daher empfiehlt sich die Investition in eine – mitunter staatlich geförderte – Pflegezusatzversicherung.

pflegezusatzversicherungGrundlegendes zur allgemeinen Pflegeversicherung

Als sogenannte „fünfte Säule“ der deutschen Sozialversicherungen (neben Kranken-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) ist der Abschluss einer Pflegeversicherung mit wenigen Ausnahmen für alle Einwohner Deutschlands verpflichtend. Im Gegensatz zur Krankenversicherung herrschen in der Pflegeversicherung einheitliche Beitrags- und Leistungsregelungen, sowohl im Bereich der gesetzlichen als auch privater Versicherungen. Ohne eine Pflegezusatzversicherung beträgt der reguläre Beitragssatz zwischen 2,05 und 2,3 Prozent des Bruttoeinkommens. Die maximale Leistung bei Eintritt der höchsten Pflegestufe (schwerstpflegebedürftig) liegt bei 1.550 (in Härtefällen 1.918) Euro für professionelle Betreuung oder 700 Euro bei Betreuung am eigenen Wohnsitz, zum Beispiel durch Angehörige.

Was leistet eine Pflegezusatzversicherung für mich?

Der Zweck einer Pflegezusatzversicherung ist, die Finanzierungslücke im Pflegefall zu schließen. Diese kann deutlich größer ausfallen, als sich der Laie zunächst bewusst sein mag, denn ein Platz im Pflegeheim kostet heutzutage monatlich meist 3.200 Euro oder mehr. Selbst bei der höchsten Pflegestufe mit Feststellung eines Härtefalls ist der Aufenthalt im Heim damit also finanziell bei Weitem noch nicht abgesichert. Die Pflegezusatzversicherung bietet hier gegen zusätzliche Beiträge höhere Leistungen. Dabei werden drei Kategorien der Pflegezusatzversicherung unterschieden:

  • Die Pflegekostenversicherung ergänzt die finanziellen Leistungen der allgemeinen Pflichtversicherung, indem sie die übrigen Pflegekosten ganz oder zum Teil übernimmt.
  • Die Pflegetagegeldversicherung zahlt im Bedarfsfall eine feste Summe pro Tag, unabhängig von den tatsächlichen Kosten.
  • Bei der Pflegerentenversicherung gehen die eingezahlten Beiträge in eine Rentenzahlung über, falls bis zu einem vereinbarten Lebensjahr der Pflegefall nicht eingetreten ist.

Pflegezusatzversicherung mit staatlicher Förderung

Einen großen Vorteil aus einer privaten Pflegezusatzversicherung können vor allem junge und beschwerdefreie Menschen erzielen, denn bei solchen Versicherungsangeboten richtet sich die Beitragshöhe nach Alter und Gesundheitszustand. Für ältere Menschen mit Vorerkrankungen oder konkreten gesundheitlichen Problemen kann es dagegen passieren, dass sich bestimmte Zusatzversicherungen durch die hohen Sätze nicht rentieren. Dafür können diese von einem staatlichen Angebot profitieren: Eine Auswahl geförderter Versicherungsunternehmen bietet eine Pflegezusatzversicherung mit staatlichem Beitragszuschuss von 60 Euro im Jahr. Der Vorteil für Menschen mit hohem Krankheitsrisiko ist, dass diese Unternehmen ihre Verträge unabhängig von Alter und Gesundheit anbieten und dafür auch keine Risikozuschläge verlangen dürfen.

Bildquelle: pixabay.com – © by AWFG_Berlin

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