Negativer Zins bei Staatsanleihen

Erst vor kurzem wurden Staatsanleihen von Dänemark zu einem negativen Zins von Investoren gekauft. Nun konnte auch der Bund Staatsanleihen für 3,9 Milliarden Euro den Investoren so schmackhaft machen, dass der Zins für die Papiere mit sechs Monaten Laufzeit ebenfalls negativ ausfiel.

Die Staatsanleihe ist eine Art Schuldverschreibung, die von staatlichen Institutionen ausgegeben werden. Die Käufer dieser Papiere leihen dem Staat also Geld. Jetzt werden sich viele gefragt haben, warum gibt jemand sein Geld für einen negativen Zins, also bezahlt so gesehen eine Prämie, damit er überhaupt dem Staat Geld leihen darf.

Die Staatsanleihen sind genau wie andere Finanzprodukte mit einem Risiko behaftet und es kann zu Ausfällen kommen. Dass dies gar nicht so unrealistisch ist, kann man aktuell bei den Staatsanleihen von Griechenland beobachten. Der Finanzmarkt ist verunsichert und es herrscht ein großes Misstrauen. Dies kann man auch an den aktuell anhand  der 463,6 Milliarden Euro, die die Banken bei der EZB eingelagert  haben, erkennen. Diese wurden von Banken über Nacht dort deponiert, obwohl diese so gut wie keine Zinsen. Je stärker sich die Banken gegenseitig misstrauen, desto mehr Geld legen sie bei der EZB an.

Die vom Bund ausgegebenen Papiere waren 1,8-fach überzeichnet und können nun an der Börse gehandelt werden. Man kann also davon ausgehen, dass es Investoren gibt, die Interesse an Staatsanleihen vom Bund haben und  versuchen werden diese über die Börse zu erhalten. So steckt trotz negativem Zins noch eine gute Rendite in den Papieren.

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