Neue Scheine braucht das Land

Was tun, wenn man ein finanzielles Defizit nicht mehr ausgleichen kann? Richtig, man beschafft sich neues Geld! Problematisch wird es nur dann, wenn man niemanden findet, der es einem geben kann. Bei der EZB sieht man das ganz locker. Und warum auch nicht? Schließlich hat man ja die Möglichkeit, mal eben die Notenpresse anzuwerfen und ein paar neue Scheinchen zu drucken. So geschehen vor wenigen Tagen. Und beinahe hätte es fast keiner mitbekommen.

Der Unterschied zwischen 203,5 und 194,2 ist jetzt ja eigentlich auch gar nicht so groß. Dass wir hier von Milliarden Euro sprechen, macht es dann aber schon ein bisschen interessanter.

Satte 9,3 Milliarden Euro fehlten der EZB unlängst, um die Anleihe-Käufe der Banken neutralisieren zu können, denn die Geldinstitute waren nicht dazu in der Lage, den vollen Betrag zurückzugeben. Peanuts, könnte man meinen. Immerhin sind wir mittlerweile gewöhnt, in ganz anderen Dimensionen zu denken. Die Schuldenmisere in der Euro-Zone bewegt sich ja schon seit Längerem im Billionen-Euro-Bereich.Na ja, was auch immer sich die EZB einfallen lässt, eines ist sicher: Das Geld des Normalverbrauchers und Kleinsparers wird nicht angerührt. Das bleibt im vollen Umfang auf dem eigenen Konto. Dumm nur, dass es dank des hervorragenden Einsatzes der Notenpresse ganz heimlich still und leise schon wieder etwas von seinem Wert eingebüßt hat. Die Älteren werden sich erinnern: In den 1920er Jahren wurde schon mal die Notenpresse bemüht, um die Staatsschulden zu tilgen. Das Resultat für den kleinen Mann war damals nicht so erfreulich, auch wenn man ihm kein Geld weggenommen hat – Stichwort

Wer weiß, vielleicht zahlen wir ja auch bald wieder mit Scheinen, auf denen viele Nullen stehen. Dann hat die Notenpresse ordentlich was zu tun und jeder von uns ein paar Billionen Euro in der Tasche, von denen er sich allerdings nichts kaufen kann. Wo soll das noch hinführen?

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4 Kommentare.

  1. If you’re raeding this, you’re all set, pardner!

  2. Finanzkamikaze

    Schade, das es soweit kommen musste. Aber eigentlich auch selbst daran schuld, denn wer den Banken gerade mal 0,62 Prozent Zinsen anbietet, braucht sich nicht wundern. Mehr Zinsen hätten gereicht, um mehr abzuschöpfen.

    Hoffen wir mal das die EZB nicht in die Fußstapfen von Fed und die Bank of England tritt. Die Fed hat umgerechnet fast zwei Billionen Euro in den Markt gepumpt, die Bank of England 300 Mrd. Euro. Das entspricht jeweils rund 18 Prozent der Wirtschaftsleistungen der USA und von Großbritannien.

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