Niemand liked die Facebook-Aktie

Die ganze Börsenwelt hat 40 Tage lang gerätselt: Warum ist die Aktie des weltweit einflussreichsten sozialen Netzwerks bei ihrem Start so stark gefloppt? Wie konnte es nur sein, dass Mark Zuckerberg und sein Imperium aus Likes, Kommentaren und geteilten Bildern an der Börse so verhalten aufgenommen wurden? Noch im März verriet die WELT, dass Facebook bei seinem Börsengang mehr wert sein werde als BMW, Adidas und die Deutsche Bank zusammen. Doch was tatsächlich geschah: Die Kurse für das Wertpapier purzelten in den Keller. Die Antwort, mit der sich die Finanzwelt jetzt begnügt, ist denkbar simpel: Die Aktie ist einfach mit einem zu hohen Wert eingestiegen. Sie glich einem Radfahrer bei der Königsetappe der Tour de France, der in Führung liegt und kräftig in die Pedale tritt – obwohl er weiß, dass er überdreht hat und auf seinem Weg ins Ziel vom gesamten Feld überholt werden wird.

Sind Vorgänge an der Börse für den Laien ohnehin nur schwer begreiflich, stiftet der Kursverlauf der Facebook-Aktie endgültig Verwirrung. Wenn das Unternehmen doch milliardenschwer ist und ein Ende des Hypes nicht in Sicht scheint, warum bricht das Wertpapier so ein? Otto Normal versteht die Facebook-Aktie als Sinnbild für Finanz- oder Immobilienblasen – und das nicht ganz zu Unrecht! Das Prinzip ist ja ein ähnliches: Überzogene Kaufpreise ohne echten Gegenwert, Kurseinbrüche, Gewinneinbußen. Gefällt mir nicht!

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2 Kommentare.

  1. Ich muss mich dem letzten Satz des Beitrags anschließen. Facebook verlangt hohe Kosten, aber keinen wirklichen Gegenwert.

    Ich persönlich war auch einer von denjenigen, die gedacht haben, dass die Aktie durch die Decke schießt. Aber der übertriebene Hype vor dem Börsengang wurde ja wieder mal von den Medien erzeugt und ich habe mich irgendwie einlullen lassen.

    Nach den ersten Zahlen ist dann auch mir ein Lichtlein aufgegangen. Im Vergleich zu den großen „Konkurrenten“ seien es Audi oder adidas, hat Facebook nichts zu bieten, außer Datenverkauf und aufgezwungene Seitenlayouts, die noch mehr Einsicht in die Privatsphäre bieten. Das hinterlässt keinen guten Eindruck in den Köpfen.
    Und der Einstiegswert, der kurz vor Börsengang nochmals angehoben wurde, tut das restliche.

    Gruß Martin

  2. Naja, das mit der Blase wird der Markt schon regeln. Die Quartalszahlen waren ja eine Katastrophe. Ich glaube auch nicht, dass die nächsten Zahlen besser werden.

    Facebook steht vor dem Dilemma entweder die Nutzerdaten nochmehr zu verkaufen und damit die Nutzer zu vergraulen oder einen „gewissen“ Datenschutz zu bieten wodurch Werbeeinnahmen flöten gehen.

    Stellt sich die Frage wer mehr Druck ausübt, die Investoren oder die Nutzer…

    Myspace und StudiVZ haben gezeigt wie schnell ein solches Geschäftsmodell sich verabschieden kann…

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