O2 Telefónica darf E-Plus unter Auflagen übernehmen

Es ist so weit: Die Übernahme des Mobilfunkanbieters E-Plus durch den spanischen Konzern O2 Telefónica ist praktisch beschlossene Sache. Ende Juli 2013 hatte O2 angekündigt, mit E-Plus fusionieren zu wollen. Nun hat die zuständige EU-Kommission den Zusammenschluss gebilligt. Damit vereinen sich in O2 Telefónica und E-Plus der dritt- und der viertstärkste Wettbewerber im deutschen Mobilfunkgeschäft – das neu geformte Unternehmen wird dabei an Telekom und Vodafone vorbeiziehen und den Platz als Markführer einnehmen. Allerdings ist die Firmenfusion an gewisse Bedingungen geknüpft.

02 telefonica eplusO2 Telefónica übernimmt E-Plus – Netzfrequenzen werden neu verteilt

Um eine Monopolbildung auf dem Markt zu verhindern, wurde für O2 Telefónica unter anderem die Auflage formuliert, einen Teil seiner bestehenden Frequenzen an Konkurrenten abzutreten. Hierdurch sollen vor allem kleinere Mobilfunkunternehmen die Chance erhalten, sich im deutschen Wettbewerb behaupten zu können. Eine konkrete Transaktion wurde bereits vereinbart: Der Anbieter Drillisch, der bisher kein eigenes Funknetz betreibt, wird 20 Prozent des bisherigen Frequenzportfolios von O2 Telefónica erwerben. Die Auflage für die Fusion verlangt einen Verkauf von insgesamt 30 Prozent der O2-Frequenzen – die Vergabe von weiteren zehn Prozent, ebenfalls an Drillisch, ist bereits in Planung.

Keine konkreten Angaben zu Personalfolgen oder Produkten

O2 Telefónica verspricht sich durch die E-Plus-Übernahme eine Reihe von Vorteilen durch Synergieeffekte. Dabei wird eine Vereinheitlichung der Personal- wie auch der Produktstrukturen angestrebt. Nähere Angaben zu den konkreten Veränderungen möchte O2 Telefónica allerdings noch nicht machen, bevor der Unternehmenszusammenschluss auch tatsächlich realisiert ist.

Es lässt sich wohl spekulieren, dass gerade im Kundenservicebereich Stellen abgebaut werden sollen, und dass einige E-Plus-Shops geschlossen werden, ist ebenso wahrscheinlich. Hinsichtlich des Produktportfolios ist zwar sicher, dass O2 Telefónica auch weiterhin eine Mehrmarkenstrategie (Hauptmarke O2 sowie Discountmarken wie Fonic, Lidl Mobile, Tchibo Mobil) verfolgen wird – welche der diversen Billigmarken von Telefónica wie auch E-Plus allerdings weiter bestehen bleiben und welche möglicherweise abgeschafft werden, ist zurzeit noch nicht absehbar.

Was ändert sich für Kunden von O2 Telefónica und E-Plus?

Verbraucher müssen sich zunächst keine Sorgen machen: Alle bestehenden Verträge mit O2 Telefónica und E-Plus, auch bei deren Discount-Marken, bleiben in ihrer jetzigen Form erhalten, während der vereinte Konzern sich neu aufstellt. Prinzipiell bleibt es dem Unternehmen überlassen, bei Vertragsverlängerungen neue Konditionen anzusetzen. Dies räumt allerdings dem Vertragsnehmer ein Widerspruchs- und Sonderkündigungsrecht ein. Da man davon ausgehen kann, dass O2 Telefónica seinen großen Kundenbestand auch weiterhin erhalten möchte, sind wohl keine einschneidenden Änderungen in den Vertragsbedingungen zu erwarten.

Bildquelle: flickr.com – © by Francisco Vargas – Haripako

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