Ökofonds – Geld verdienen mit gutem Gewissen

ökofondsWer Geld anlegen möchte, will Gewinn machen – aber nicht um jeden Preis. Immer mehr Menschen legen großen Wert darauf, dass keine fragwürdigen Geschäfte mit ihren Ersparnissen finanziert werden. Viele Anleger wollen, dass der Wertzuwachs auf anständige Art und Weise zustande kommt. Man möchte nichts zu tun haben mit Kinderarbeit, Atomkraft, Umweltverschmutzung, Gentechnik oder Rüstung. Es gibt zahlreiche Fonds, die bei der Anlage ökologische, ethische, soziale und andere nachhaltigkeitsorientierte Kriterien berücksichtigen.

Und die Summe, die in solche Anlagen investiert wird, steigt stetig.

Die Gefahren von Ökofonds

Ökofonds ist nicht gleich Ökofonds. Das beginnt schon bei der Bezeichnung: Manche Banken nennen sich ethisch-ökologisch, andere verwenden den Begriff nachhaltig oder englisch sustainable. Teilweise tragen die Fonds auch den Begriff grün oder green im Namen. Man muss beachten, dass es keine einheitliche Definition von nachhaltigem, ökologischem oder ethischem Investment gibt. Für Finanzprodukte gibt es in Deutschland leider kein Öko-Siegel, das den Anlegern bei der Auswahl helfen und gewisse Mindeststandards garantieren könnte. Wegen der unterschiedlichen Vorstellung von nachhaltig konnte sich die Branche bisher nicht darauf einigen. Öko ist also ein dehnbarer Begriff. Vor dem Kauf kommt ein Privatanleger nicht umhin, auf der Internetseite des Anbieters die Definition eines ökologischen Investments des Anbieters nachzulesen.

Die Mischung macht’s bei Ökofonds

Noch haben Ökofonds – je nach Schätzung – nur einen Marktanteil von ein bis zehn Prozent.

Je strenger die Kriterien bei den Fonds sind, desto weniger Wertpapiere hat man zur Auswahl. Schließt man Branchen wie die Rüstungs- und Automobilindustrie aus, streut man nicht mehr breit und hat somit ein höheres Risiko. Will man dieses Problem umgehen, kann man dem sogenannten “Best-in-Class“-Ansatz folgen. Ein Fonds kann danach in alle Branchen investieren, aber immer nur in die Besten ihrer Branche. Also in die Unternehmen, die ihre Konkurrenz bei der Nachhaltigkeit schlagen. Das bedeutet allerdings im Extremfall, dass ein Konzern, der der Umwelt nur etwas weniger schadet als der Konkurrenz, auch ins Depot kommt. Der Anleger muss selbst entscheiden, ob das für ihn in Ordnung ist. Allerdings hat dieses Prinzip auch Vorteile: Das “Best-in-Class“-Prinzip löst einen brancheninternen Wettbewerb um nachhaltiges Wirtschaften aus. Jeder Autokonzern möchte natürlich gern als Klimaschützer dastehen. Wer also Aktien von Vorreitern zeichnet, gibt dem Markt das Signal, dass nachhaltiges Engagement belohnt wird.

Doch man sollte auch beachten, dass durch die steigende Anfrage nach Ökofonds der Aktienkurs der Firmen steigt. Dadurch nimmt die Kreditwürdigkeit des Unternehmens zu und es erhält leichter Fremdkapital für Neuinvestitionen. Dieses Kapital wiederum könnten wirklich nachhaltige, innovative Neulinge gut gebrauchen. Bei dem großen Unternehmen ändert sich eventuell trotz der Ökofonds nichts an der allgemeinen Geschäftspolitik.

Viele Anleger entscheiden sich deshalb für einen Mittelweg. Sie investieren in Fonds, die zum einen Branchen wie die Rüstungsindustrie ausschließen, zum anderen dem “Best-in-Class“-Ansatz folgen.

Wie man bei Ökofonds nicht auf Rendite verzichten muss

Noch sind Fonds, die das Geld ihrer Anleger in nachhaltige Werte anlegen, ein Nischenprodukt. Dennoch bekommt man Ökofonds bei jeder beliebigen Bank. Als Kunde weiß man am besten schon, was man will. Viele Bankberater sind keine Fachleute auf dem Gebiet und für viele Bankberater gelten Ökofonds als exotisch und unkalkulierbar. Nachhaltiges Investieren ist mit viel Aufwand verbunden. Am besten wendet man sich also an Unternehmen, die auf Ökofonds spezialisiert sind.

In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass Ökofonds im Schnitt nicht besser oder schlechter abschneiden als andere Fonds. Auch wenn man auf Nachhaltigkeit Wert legt, sollte man vergleichen, beispielsweise über die Seite www.nachhaltiges-investment.org. Nur ein Ökofonds, der die letzen drei Jahre gute Ergebnisse erzielt hat, sollte ins Depot aufgenommen werden. Man muss also für seine Prinzipien keine Renditeeinbußen hinnehmen.

Zusammenfassend gilt für Ökofonds, dass man sich als Anleger gut informieren und dann entscheiden muss, mit welchen Branchen und Risiken man leben kann.

Bildquelle: pixabay.com – © by ejaugsburg

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