Privatinsolvenz

Ob jung oder alt, Großverdiener oder Azubi, Berühmtheit oder Normalo von nebenan – eine Privatinsolvenz kann jeden ereilen. Jugendliche leben häufig über ihre Verhältnisse, weil vermeintlich günstige Finanzierungsangebote dazu verlocken, teure Spielkonsolen, Handys oder Autos zu kaufen – für die vielen monatlichen Raten fehlt dann das Geld. Aber auch gutsituierte Prominente wie Eva Herman und Tanja Schumann gerieten in die finanzielle Bredouille, weil sie sich mit Geldanlagen verspekulierten und plötzlich mit hohen Schulden dastanden. Der Weg in die Privatinsolvenz ist für viele der einzig mögliche Schritt, um finanziell wieder auf die Beine zu kommen. 2012 mussten weit über 100.000 Menschen Privatinsolvenz anmelden. Was bringt die Privatinsolvenz den Betroffenen? Die Privatinsolvenz, in der Fachsprache Verbraucherinsolvenz-verfahren genannt, soll dazu dienen, vollkommen überschuldeten und zahlungsunfähigen Privatpersonen einen Weg aus der finanziellen Krise zu bahnen, ohne dabei die Eigentumsrechte der Gläubiger aus den Augen zu verlieren. Dabei ist vorgesehen, dass die betroffene Person über einen Zeitraum von sechs Jahren sehr sparsam lebt und dabei einen möglichst großen Teil der Außenstände an die Gläubiger zurückzahlt. Nach diesen sechs Jahren entscheidet das zuständige Gericht darüber, ob die insolvente Person von ihrer Restschuld befreit wird. Prominente Privatinsolvenz I – RTL Samstag Nacht-Star Tanja Schumann In den 1990er-Jahren brachten Tanja Schumann und ihre Kollegen im Wochenrhythmus eine ganze Nation zum Lachen: Dauerbrenner wie „Kentucky schreit ficken“ und „Schreinemakers ihre Schwester“ machten die gebürtige Lüneburgerin berühmt – und wohlhabend genug, um darüber nachzudenken, wohin man das verdiente Geld investieren könnte. Schumann entschied sich für Ost-Immobilien, eine laut windigen Finanzberatern sichere Sache. Damit ging sie gehörig baden, als der Wirtschaftseinbruch dafür sorgte, dass die Bewohner in Scharen die neuen Bundesländer verließen. Schumann verlor ihr ganzes Vermögen und musste Privatinsolvenz anmelden. Momentan verdient sich Tanja Schumann im Dschungel-Urlaub ihres ehemaligen Brötchengebers RTL etwas dazu und veröffentlichte zufällig fast zeitgleich das Buch zu ihrer Privatinsolvenz: „Sechs Jahre Taschengeld“. Es ist die Geschichte einer finanziellen Tragödie, allerdings mit einem guten Ausgang: Im Januar 2013 wurden der 51-jährigen Schauspielerin und Entertainerin vom Amtsgericht Flensburg ihre Restschulden erlassen. Prominente Privatinsolvenz II – Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Herman Eva Herman (55), einst beliebte Nachrichtensprecherin und Talkshowmasterin, verspekulierte sich gleich mehrfach: Wie Tanja Schumann investierte sie in Ost-Immobilien, konnte aber die hohen Raten trotz Wirtschaftseinbruch bedienen, da sie ja einen gut bezahlten Job im öffentlich-rechtlichen Fernsehen hatte. Eine weitere falsche Entscheidung traf Herman mit der Veröffentlichung ihres umstrittenen Buches „Das Eva-Prinzip“. Bei öffentlichen Auftritten vergaloppierte sie sich verbal und wurde in jene „rechte Ecke“ gestellt, in der sich kein deutscher Prominenter wiederfinden möchte. In der Folge verlor Herman ihre Arbeit bei der Tagesschau, sodass ihr die Zahlungen für ihre Fehlinvestition bald über den Kopf wuchsen. Im April 2012 meldete der ehemalige TV-Star Privatinsolvenz an und hat damit den steinigen Weg, den Tanja Schumann bereits erfolgreich beschritten hat, noch vor sich. Laut Medienberichten soll sie aber weder eine Restschuldbefreiung beantragt noch staatliche Unterstützung in Anspruch genommen haben. Bildquelle: pixabay.com – © by geralt

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