Regelmäßig Schufa-Auskunft einholen!

Schufa Auskunft einholenUnlängst war die Schufa, Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei, mal wieder in den Schlagzeilen. Eine 54-jährige Frau aus Mittelhessen hatte geklagt: Sie wollte von der Schufa Auskunft darüber, wie diese ihre Kreditwürdigkeit eingestuft hatte. Zum Leidwesen der Verbraucherschützer stärkte der Bundesgerichtshof Deutschlands größter Wirtschaftauskunftei den Rücken: Wohl können die Verbraucher erfahren, welche Daten zur Ermittlung des sogenannten Scores herangezogen würden, nicht aber wie dieser berechnet wird.

Angefangen hatte alles im Oktober 2011: Die Frau aus dem Landkreis Gießen wollte ein Auto leasen, doch dies wurde ihr zunächst verweigert. Es stellte sich heraus, dass es „nur“ eine Namensverwechslung gegeben hatte, und so erhielt sie den Leasingvertrag. Doch sie wunderte sich über die Schufa, die ihre Bonität gegenüber Banken mit 92,9 und gegenüber Telekommunikationsunternehmen mit 81,1 Prozent bewertet hatte, was so viel heißt wie: erhöhtes respektive hohes Risiko für den Kreditgeber, dass sie nicht zahlt. Und das, obwohl sie einen festen Arbeitsplatz hatte und ein Haus ihr Eigen nannte.

Welche Daten fließen in meine Schufa-Bewertung ein?

Das Scoring der Schufa, also die Bewertung der Kreditwürdigkeit, setzt sich aus folgenden Daten zusammen:

  • Name, Geburtsdatum, Geschlecht
  • aktuelle und frühere Anschriften
  • Konsum- und Kreditverhalten
  • abweichendes Zahlungsverhalten
  • bisherige Kreditanfragen
  • Angaben aus öffentliche Verzeichnissen, zum Beispiel Beantragung einer Privatinsolvenz

Wenn Sie also die heute so oft geforderte Mobilität mitbringen und häufig den Wohnort beziehungsweise öfter die Bank wechseln, kann sich dies negativ auf Ihr Scoring auswirken. Vielleicht haben Sie aber auch einfach nicht das richtige Alter oder wohnen in der falschen Region. Ebenso abstrus scheint, dass jemand, der oft Kredite in Anspruch nimmt, diese aber stets bedient, besser als jemand bewertet wird, der bis dato noch nie einen Kredit aufnehmen musste.

Nicht kreditwürdig trotz 100.000 Euro Jahresgehalt

Interessant ist auch, was nicht in die Bewertung mit einfließt, beispielsweise Kontostand, Einkommen und Beruf. So deckte die ARD-Sendung „Ratgeber Geld“ im vergangenen Jahr einen Fall auf, der einem die Haare zu Berge stehen lässt: Ein Manager mit einem Jahresgehalt von 100.000 Euro und einer Immobilie im Wert von über einer Million wurde von der Schufa als nicht kreditwürdig eingestuft. Grund: Er hatte sich von seiner Frau getrennt und musste deshalb einen Kredit aufnehmen, den er während eines kurzfristigen Liquiditätsengpasses im Trennungsprozess nicht bedienen konnte. Es folgten die Kündigung des Kredits und ein Schufa-Eintrag. Konsequenzen: Obwohl er liquide ist, kann er nicht mehr online einkaufen und wird beispielsweise bei Strom- und Gasanbietern abgewiesen. Man vertraut ihm nicht mehr!

Nutzen Sie die kostenlose Schufa-Auskunft

Nicht nur ist die Bewertung in einigen Fällen zweifelhaft: Bei den vielen Daten, die die Schufa zur Einstufung der Bonität zu Rate zieht, kann sich auch mal ein Fehler einschleichen. Sie sollten deshalb regelmäßig eine Schufa-Auskunft anfordern. Einmal im Jahr ist dies nach Paragraf 34 des Bundesdatenschutzgesetzes kostenlos möglich. Aber Vorsicht: Dieses Angebot ist auf der Webseite „Meine Schufa-Auskunft online“ (www.meineeschufa.de) sehr gut versteckt. Erst nach vielen Klicks vorbei an zahlungspflichtigen Optionen und einem irritierenden „Zurück“-Button kommen Sie zu dem entsprechenden Antrag für eine kostenlose Schufa-Auskunft, den Sie ausfüllen und per Post verschicken müssen. Und keine Angst: Das Einholen der Schufa-Auskunft fließt nicht als negatives Merkmal in Ihre Bewertung mit ein. Diese Praxis wurde nach massiven Protesten 2001 eingestellt.

Bildquelle: flickr.com – © by CAMPUS OF EXCELLENCE

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