Regierung reißt grauen Kapitalmarkt aus Schattenreich – Anleger profitieren

Die Bundesregierung hat aus den Fehlern der Finanzkrise von 2008/09 gelernt, so steht es auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums. Eine zentrale Lehre aus der Krise heißt mehr Regulierung, nicht nur im ganz Großen, sondern auch im Privaten. Was klein anfängt, kann sich heutzutage schließlich schnell zu handfesten globalen Krisen auswachsen. Und um die zu verhindern, werden seit 1. Januar diesen Jahres auch Privatanleger besser vor „Abzocke“ geschützt.

Die Regulierung des Gelanlagemarktes bezieht sich vordergründig auf den „Grauen Kapitalmarkt“. Einen Sektor, der bisher von der Kontrolle durch Rechtsvorschriften und Behörden ausgenommen war und auf dem unseriöse Finanzvermittler Anleger in der Vergangenheit pro Jahr um schätzungsweise 30 Milliarden Euro erleichterten.

Um dem eine Riegel vorzuschieben, hat die Bundesregierung in ihrem „Gesetzes zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts“ die Vereinheitlichung und Qualitätsverbesserung von Finanzprodukten und Beratungsleistungen beschlossen. Für freie Finanzberater gelten nach § 34 f der Gewerbeordnung (GewO) demnach künftig die gleichen Spielregeln, wie für Bankberater.

Ausschluss unseriöser Anbieter

Anders als bisher, zählen eine Sachkundeprüfung und das Vorhandensein einer Berufshaftpflicht-Versicherung nun zu den zwingenden Voraussetzung für die Berufsausübung als Finanzanlagenvermittler/-Berater. Sehr interessant, wenn man bedenkt, dass dies vorher offenbar möglich war: Wer in den letzten fünf Jahren wegen Unterschlagung, Betrugs, Untreue, Geldwäsche, Urkundenfälschung, Hehlerei, oder Wucher rechtskräftig verurteilt wurde oder insolvent ist, darf laut Finanzanlagenvermittlerverordnung (FinVermV) nicht als Finanzvermittler arbeiten.

Bessere Information für Anleger

Das bestätigt, dass die neuen Zulassungs-Voraussetzungen längst überfällig waren. Auch von den ebenfalls neu geregelten, strengeren Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten dürften Anleger profitieren, denn zumindest erhalten sie bei freien Beratern nun, ebenso wie bei Banken, ein Informationsblatt über das Produkt. Angefertigt werden muss außerdem ein Beratungsprotokoll. Zudem müssen die Berater ihre Provision seit Januar offenlegen. Für Kunden sicherlich sehr aufschlussreich.

Weitere Infos zum Thema finden Sie hier.

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