Saubere Sache: Putzfrau beschäftigen

Laut aktuellen Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln gibt es in Deutschland rund vier Millionen Haushalte, die eine Putzfrau beschäftigen. Und die Tendenz ist steigend. Helfende Hände im Haus nehmen die gröbsten Arbeiten ab: vom Wäschewaschen über das Fensterputzen bis hin zur regelmäßigen Grundreinigung. Haushalte, in denen beide Partner berufstätig sind und Kinder versorgen, zählen zur Hauptzielgruppe, die eine Putz- oder Haushaltshilfe beschäftigen. Diese erledigt viele Aufgaben, für die ansonsten kostbare und ohnehin oft knapp bemessene Freizeit geopfert werden muss. So bleibt mehr Zeit für die Familie und Freunde, für Hobbys, Freizeitaktivitäten und entspannende Erholungsphasen.

putzfrau anmeldenWo findet man eine Putzfrau?

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine geeignete Haushaltshilfe oder Putzfrau zu finden: über ein Dienstleistungsunternehmen oder in Eigeninitiative. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Idealerweise kommt man an eine Putzkraft über Empfehlungen. Wenn Freunde, Bekannte oder Familienangehörige bereits gute Erfahrungen mit einer Agentur oder Reinigungskraft gemacht haben, ist dies immer ein verlässliches Zeichen. Denn auch für die Reinigungs- und Hauswirtschaftsbranche gilt: Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste Werbung!

Putzfrau anmelden über Dienstleistungsunternehmen

Zahlreiche Agenturen haben sich auf die Vermittlung von Haushaltshilfen und Putzkräften spezialisiert und bieten umfangreiche Dienstleistungen an: von der Zugehfrau, die einmal wöchentlich zum Großreinemachen kommt, über die Haushaltshilfe mit Erfahrung in der Seniorenbetreuung bis zur Hauswirtschafterin, die den kompletten Haushalt managt.

Üblicherweise geht man mit dem Dienstleister einen Vertrag ein, im dem die Leistungen und Anforderungen an die Haushaltshilfe genau definiert sind. Wer über ein Unternehmen eine Putzfrau beschäftigt, hat mit ihrer Anmeldung und der Abführung von Versicherungsbeiträgen nichts zu tun. Die Putzhilfe oder Haushaltskraft ist über die Firma angestellt, die sich um Sozialabgaben und die Anmeldung ihrer Arbeitnehmer kümmert. Als Vertragspartner erhält man eine monatliche Abrechnung, in der allerdings die derzeit gültige Mehrwertsteuer von 19 Prozent ausgewiesen ist. Dadurch fallen die Agentur-Rechnungen in der Regel immer höher aus im Vergleich zu einem privaten Beschäftigungsverhältnis. Aber man kann 20 Prozent der Ausgaben für den Haushaltsservice steuerlich geltend machen. Der steuerlich anrechenbare Maximalbetrag liegt derzeit bei 510 Euro.

Die Vorteile auf einen Blick: Man muss die Putzfrau oder Haushaltshilfe nicht selbst anmelden. Außerdem wird von der Agentur immer eine Urlaubs- und Krankheitsvertretung gestellt, sodass die regelmäßigen Abläufe gewahrt bleiben.

Putzfrau selbst anmelden auf Minijob-Basis

Immer mehr private Haushalte beschäftigen Minijobber für haushaltsnahe Dienste direkt. Noch bis vor wenigen Jahren haben sich die meisten Privatleute davor gescheut, eine Putzfrau selbst anzumelden, da der Aufwand zeitraubend und kompliziert war. Dies führte zu einem immensen Anstieg der Schwarzarbeit in diesem Bereich. Doch die Zeiten haben sich geändert. Wer heute selbst eine Haushaltshilfe anmelden möchte, der muss nur wenige bürokratische Hürden überwinden. Die Lockerung der gesetzlichen Auflagen und Steuergesetze haben sowohl privaten Arbeitgebern und vor allen Dingen den Beschäftigten ein Plus an Rechtssicherheit und Sozialverträglichkeit beschert. Außerdem kann man beim Einkommenssteuerjahresausgleich bis zu 510 Euro für Lohnaufwendung einer angemeldeten Putzfrau oder Haushaltshilfe geltend machen.

Die Suche nach einer geeigneten Putzfrau erfolgt, wie schon erwähnt, entweder über persönliche Empfehlungen, über Zeitungsinserate oder beispielsweise über Mitteilungen am „Schwarzen Brett“ im Supermarkt. Wenn die Chemie stimmt, kann man einen Arbeitstag zur Probe verabreden. Es empfiehlt sich, die Erwartungen und Aufgaben detailliert im Vorfeld zu besprechen mit einem klar umrissenen Zeitfenster. War der Probetag erfolgreich, sollte man über den Stundenlohn der Putzfrau verhandeln. Bei einer Einigung kann man die Putzfrau gleich anmelden. Geringfügig beschäftigte Haushaltshilfen mit einem Monatsgehalt bis zu 450 Euro werden bei der Minijob-Zentrale registriert. Auskünfte dazu gibt jede Agentur für Arbeit oder im Internet unter http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/ArbeitundBeruf/Minijobs/index.htm.

Stundenlohn Putzfrau: Verhandlungssache bei Privatanstellung

Während man für haushaltsnahe Leistungen über eine Agentur einen Stundenlohn von etwa 16 bis 17 Euro im Osten und 19 bis 21 Euro im Westen zahlt, fällt der Stundenlohn für eine Putzfrau auf Minijob-Basis deutlich niedriger aus. Das DHB-Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltführenden e.V., hat Tarife ausgehandelt, die zur Orientierung bei den Gehaltsabsprachen dienen. Diese Tarife stellen Empfehlungen dar, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Ein weiteres Kriterium bei der Lohnverhandlung mit der Putzfrau, die man anmelden möchte, sind deren Erfahrung und Qualifikation. Eine ausgebildete Kraft bekommt zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen einen Stundenlohn von 10,60 Euro, bei Berufserfahrung 9,99 Euro und ungelernt mit wenig Routine einen Hilfsarbeiter-Lohn von 9,03 Euro.

Putzfrau anmelden – es lohnt sich

Schwarzarbeit ist zwar billig, kann jedoch beide Seiten unter Umständen teuer zu stehen kommen. Die Beschäftigung einer Putzfrau oder Haushaltshilfe ohne Anmeldung ist Sozialkassenbetrug und wird mit Bußgeldern geahndet. Außerdem sind Haushaltshilfen unfallversichert, sobald sie angemeldet sind. Ein wichtiger Aspekt, denn Haushaltsunfälle der Minijobber sind somit finanziell und rechtlich abgesichert.

Bildquelle: pixabay.com – © by peter774

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