Schuldenbefreiung für Privatpersonen – so funktioniert’s

In Zeiten von Online-Shops, Ratenzahlungen und undurchsichtigen Verträgen und Abonnements geraten immer mehr Menschen in die finanzielle Einbahnstraße – in Richtung der roten Zahlen. Wie viele Deutsche genau betroffen sind, ist schwierig zu ermitteln, daher ist man auf Schätzungen angewiesen. So spricht die „Welt“ im Jahr 2013 von über drei Millionen überschuldeten Haushalten, „Focus“ sieht für denselben Zeitraum knapp 6,6 Millionen Einzelpersonen – demnach wäre fast jeder zehnte Mensch hierzulande verschuldet. Wer sich in dieser misslichen Lage befindet, wird allerdings nicht im Regen stehen gelassen: Der Gesetzgeber hat mit Angeboten zur Schuldenbefreiung für Privatpersonen vorgesorgt.

Entstehung von Überschuldung

Übermäßige Schulden entstehen in aller Regel durch fehlende Erfahrung oder mangelndes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit den eigenen Finanzen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Menschen die ersten Anzeichen einer sich anbahnenden Zahlungsunfähigkeit nicht wahrhaben wollen und sich infolgedessen ein Schuldenberg aufzutürmen beginnt. Spätestens, wenn die Forderungen der Gläubiger über einen längeren Zeitraum nicht mehr beglichen werden können, sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Diese existiert zunächst in Form von Schuldenberatungen.

schuldenbefreiungPrivate Beratung zur Schuldenbefreiung

Hierbei strebt die verschuldete Person eine Schuldenbefreiung über eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern an. Ein Anbieter für entsprechende Beratungen ist beispielsweise die „Deutsche Schuldenbefreiung“, online zu finden auf http://www.deutsche-schuldenbefreiung.de/. Hier hilft der Berater dem Schuldner, die genaue Schuldenhöhe festzustellen, diese mit dem vorhandenen Vermögen und Einkommen sowie regelmäßigen Ausgaben zu verrechnen und daraus einen Plan zu erstellen. Auf Grundlage dieses Entschuldungsplans erfolgt schließlich eine Verhandlung mit den Gläubigern, wobei von diesen gewisse Zugeständnisse erbeten werden, während der Schuldner im Gegenzug zusichert, die Restschuld innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu begleichen.

Schuldenbefreiung durch Privatinsolvenz

Die Inanspruchnahme einer solchen privaten Schuldenberatung stellt zugleich die Zusatzschranke zur Privatinsolvenz dar. Erst, wenn ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern gescheitert ist, kann eine überschuldete Privatperson Insolvenz anmelden. Daraufhin wird zunächst erneut versucht, eine direkte Einigung mit den Gläubigern zu erreichen – falls diese zu mindestens 50 Prozent (gemessen an der Höhe der Forderungen) dem Vergleichsvorschlag zustimmen, legt das Gericht diesen als bindend fest. Gelingt dies nicht, so übernimmt ein Treuhänder die Verwaltung sämtlicher Finanzen des Schuldners und sorgt dafür, dass diese (nach Bezahlung der Verfahrenskosten sowie des Treuhänders selbst) anteilig an die Gläubiger ausgeschüttet werden.

Ist dies geschehen, sagt das Gericht dem Schuldner die sogenannte Restschuldbefreiung zu. Um diese in Anspruch nehmen zu können, muss er während der folgenden sechsjährigen Wohlverhaltensphase gewisse Auflagen erfüllen, um seinen guten Willen zu bezeugen. In diesem Zeitraum verwaltet weiterhin der Treuhänder jegliches Einkommen des Schuldners und verwendet dieses, um ausstehende Forderungen zu begleichen. Nach sechs Jahren schließlich werden dem Antragsteller seine verbleibenden Schulden vollständig erlassen (mit Ausnahme von öffentlichen Straf- oder Bußgeldern).

Folgen des Insolvenzprozesses

Allerdings birgt diese Art der Schuldenbefreiung nicht zu unterschätzende Nachteile. Allen voran erhält der ehemalige Schuldner für insgesamt neun Jahre einen negativen SCHUFA-Eintrag, was ihn als kreditunwürdig einordnet. Die Folge ist, dass der oder die Betroffene praktisch keinerlei Verträge mehr abschließen kann. Aus diesem Grunde kann es häufig eine gute Idee sein, einen anderen Schuldenberater aufzusuchen und sich um eine außergerichtliche Schuldenbefreiung zu bemühen – selbst, wenn der erste Versuch erfolglos war.

Bildquellen: pixabay.com – © by bykst

Kommentar schreiben

2 Kommentare.

  1. 😆 Endlich haben wir es geschafft, die vier Jahre sind um und Dank der deutschen Schuldenbefreiung sind wir jetzt schuldenfrei. Die damals geschlossenen Vergleich sind ausgelaufen
    und erfüllt. Wir haben jetzt alles schwarz auf weiß.

  2. Meine Erfahrungen mit der deutschen Shuldenbefreiung waren ohne Ausnahme sehr gut. Zunächst ist es ja sehr schwer sich zu überwinden und den ersten Schritt Richtung Schuldnerberatung zu gehen. Aber wenn einem die Schulden so richtig über den Kopf gewachsen sind, ist es das einzig Richtige sich fremde Profihilfe
    zu suchen. Die deutsche Schuldenbefreiung wurde mir empfohlen und
    nach dem Lesen der Internetseite sowie der vielen guten Bewertungen hatte ich einen Termin vereinbart. Ich war dann schon mal angenehm überrascht als ich mir aussuchen konnte in das nächste Büro zu fahren oder den Berater direkt zu mir kommen zu lassen. Ich hatte mich dann für die zweite bequeme Möglichkeit entschieden. Die Beraterin war pünktlich und hat dann mit großem Einfühlungsvermögen meine gesamte Situation besprochen. Als sie mir dann die verschiedenen Lösungswege aufzeichnete wurde mir bewußt welche Kenntnisse sie durch Ihre langjährigen Erfahrungen weitergeben konnte. Mir ging es darum eine private Insolvenz zu vermeiden und trotzdem alles zu regeln was ja dann ein paar Monate später auch geklappt hat. Ich kann nur jedem raten sich gründlich zu informieren denn eine Insolvenz muss in den meisten Fällen wirklich nicht sein.

Kommentar schreiben


Hinweis - Du kannst dies benutzenHTML tags and attributes:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>