Schweizer Franken unterschreitet erstmals SNB-Mindestkurs – Obergrenze endgültig geknackt?

Am Gründonnerstag unterschritt der Schweizer Franken erstmals seit seiner Festsetzung am 6. September 2011 den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken und wurde zwischenzeitlich mit 1,2025 Franken/Euro gehandelt. Der Wechselkurs zum Euro war von der Schweizerischen Nationalbank SNB eingeführt worden, um die Belastungen für die Schweizer Exportwirtschaft mittels Währungsaufwertung zu begrenzen. Genau aus diesem Grund will die SNB auch um jeden Preis an den 1,20 Franken festhalten. Ein Sprecher des Geldhauses teilte am Donnerstag mit: „Wir sind weiterhin bereit, Fremdwährungen in unbegrenzter Höhe zu kaufen, um dieses Niveau zu verteidigen.“

Dem Handelsblatt zufolge soll die SNB nach Angaben von Händlern noch am Donnerstag Euro für mehrere Milliarden gekauft haben, um den Kurs wieder über die magische Obergrenze zu heben. Dies scheint gelungen zu sein, denn am gestrigen Dienstag notierte der Euro wieder knapp unter 1,2030 Franken.

Analysten bezweifeln dennoch, dass der festgesetzte Mindestkurs angesichts der Bedenken zur Eurozone dauerhaft zu halten ist. SNB-Präsidenten Thomas Jordan sprach unterdessen von einer Markt-Anomalie, die angesichts der dezentralen Devisenmarkt-Struktur nie völlig auszuschließen sei. Commerzbank-Devisenexperte Lutz Karpowitz verortete den „Ausreißer“ denn auch darin, dass bei dem Handel am Donnerstag mindestens ein Marktteilnehmer keine Limits mit der SNB gehabt habe, wodurch deren Kauforder nicht zum Tragen gekommen seien. Generell werde die Marke von 1,20 Franken in absehbarer Zeit nicht zu knacken sein.

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1 Kommentare.

  1. Ich denke auch, dass die SNB die Marke von 1,20 um jeden Preis verteidigen wird. Die Devisenreserven sind für sowas vorhanden. Ansonsten droht der Schweizer Exportwirtschaft ein Kollaps.

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