Schwellenländer in der Währungskrise

Türkische Lira und andere Währungen im Abwärtstrend

Der Vormarsch der Schwellenländer wurde zuletzt jäh gestoppt. Der Grund: Eine Währungskrise hat die türkische Lira, die indische Rupie, die Währung in Brasilien, Südafrika und auch in Russland in einen Abwärtsstrudel katapultiert. Und wenn südafrikanischer Rand, türkische Lira und russischer Rubel in negative Schwingungen geraten, macht sich das eben auch an den globalen Finanzmärkten bemerkbar. Die Währungen nahezu aller Schwellenländer befanden sich zwischenzeitlich im freien Fall. Auch Eingriffe in den jeweiligen Währungsmarkt konnten diesen Trend in der Türkei, Südafrika und Russland nicht stoppen.

Während die Währung in Russland und Südafrika kontinuierlich fällt und Experten sogar ein Rekordtief vermelden mussten, konnte die türkische Lira kurzzeitig zulegen. Doch das Zwischenhoch in der Türkei hielt nicht lange an. Die Stimmung an den Märkten kippte schnell wieder. Wenn Schwellenländer mit ihren Währungen in derartige Turbulenzen geraten, können die Finanzspezialisten zunächst nicht immer gleich den Kern des Problems orten. Und kommt erst einmal ein Land in Schwierigkeiten, lassen meist weitere Staaten, in diesem Fall Schwellenländer, nicht lange auf sich warten. Einst hob man den Leitzins in der Türkei an. Man erhoffte sich einen Effekt, der die türkische Lira weiter stärken und vor allem massiv voranbringen sollte. Dass dieser Vorgang allerdings nach hinten losging, konnten wohl auch ausgewiesene Finanzspezialisten und Analysten nicht erahnen. Die Folge war dann eine Art Sogwirkung, die sich weltweit auf fast alle Schwellenländer ausbreitete. Nachdem die Türkei die Zinserhöhung vermeldete, ließ die südafrikanische Bank South African Reserve Bank nicht lange auf sich warten, und hob den Zins auf gleich mal 5,5 Prozent an. Dass das nicht immer erfolgversprechend ist, wurde schnell deutlich. Die Stimmung an den Kapitalmärkten ging zunehmend in den Keller und die Währungen in der Türkei, Brasilien, Russland, Südafrika und auch Indonesien wurden abgewertet.

Schwellenländer in der Krise – Investoren verabschieden sich

Die Währungskrise in den Schwellenländern hat sich zum echten Problem entwickelt. Gerade die Türkei hat stark darunter zu leiden, dass sich Investoren verstärkt abwenden und ihr Geld an anderer Stelle einsetzen. Die Folge: Die türkische Lira taumelt und die Wirtschaft kann nicht so wachsen, wie man es vor gar nicht langer Zeit noch prophezeite. Währungskrise hin und her – am Bosporus muss man sich allerdings an die eigene Nase fassen, wenn es um Ursachenforschung geht. Schließlich wurde kürzlich die Korruption innerhalb der Regierung bekannt, und dass das nicht gerade förderlich ist, um die türkische Lira zu stärken beziehungsweise in die Türkei zu investieren, kann sich jeder vorstellen.

Bildquelle: pixabay.com – © by PublicDomainPictures

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