Archiv nach Schlagworten: EZB

DAX sorgt bei Börsianern für Feierlaune – doch die Freude währt möglicherweise nur kurz

In den letzten beiden Wochen legte der deutsche Aktienindex mächtig zu. Insgesamt kam er auf ein Plus von 500 Punkten und liegt aktuell – nach einer ersten Gewinnmitnahme, bei 7.360 Zählern. Mit einem Gegenwert von 1,31 US-Dollar notiert der Euro außerdem so hoch wie zuletzt Anfang Mai. Doch wie ist das möglich, wo die Euro-Krise doch längst noch nicht ausgestanden ist?

Maßgeblich verantwortlich für den rasanten Kursanstieg ist die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank FED. Erstere beschloss, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten mit ein- bis dreijährigen Laufzeiten zu erwerben und nimmt zudem in Kauf, ihre Notenpressen anwerfen zu müssen. Beflügelnd auf Anleger wirkt darüber hinaus auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das dem europäischen Rettungsschirm (ESM) zugestimmt hat. Weiterlesen »

Spanien um drei Punkte herabgestuft – gerechtfertigte Entscheidung oder politisches Kalkül?

Der Wahlsieg der „Nia Demokratia“ in Griechenland wurde am Sonntag international groß bejubelt. Denn er galt vielen als hoffnungsvoller Aufbruch, dass sich endlich etwas bewegen möge in Athen. Bei all der Freude um den Triumph der „Dauerregierungspartei“ gerieten die übrigen europäischen Wackelkandidaten für kurze Zeit aus dem Blickfeld. Mit umso dramatischeren Entwicklungen meldet sich Spanien zurück. Denn die Rating-Agenturen haben mal wieder zugeschlagen, aktuell Moody´s.

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Neue Scheine braucht das Land

Was tun, wenn man ein finanzielles Defizit nicht mehr ausgleichen kann? Richtig, man beschafft sich neues Geld! Problematisch wird es nur dann, wenn man niemanden findet, der es einem geben kann. Bei der EZB sieht man das ganz locker. Und warum auch nicht? Schließlich hat man ja die Möglichkeit, mal eben die Notenpresse anzuwerfen und ein paar neue Scheinchen zu drucken. So geschehen vor wenigen Tagen. Und beinahe hätte es fast keiner mitbekommen.

Der Unterschied zwischen 203,5 und 194,2 ist jetzt ja eigentlich auch gar nicht so groß. Dass wir hier von Milliarden Euro sprechen, macht es dann aber schon ein bisschen interessanter.

Satte 9,3 Milliarden Euro fehlten der EZB unlängst, um die Anleihe-Käufe der Banken neutralisieren zu können, denn die Geldinstitute waren nicht dazu in der Lage, den vollen Betrag zurückzugeben. Peanuts, könnte man meinen. Immerhin sind wir mittlerweile gewöhnt, in ganz anderen Dimensionen zu denken. Die Schuldenmisere in der Euro-Zone bewegt sich ja schon seit Längerem im Billionen-Euro-Bereich.Na ja, was auch immer sich die EZB einfallen lässt, eines ist sicher: Das Geld des Normalverbrauchers und Kleinsparers wird nicht angerührt. Das bleibt im vollen Umfang auf dem eigenen Konto. Dumm nur, dass es dank des hervorragenden Einsatzes der Notenpresse ganz heimlich still und leise schon wieder etwas von seinem Wert eingebüßt hat. Die Älteren werden sich erinnern: In den 1920er Jahren wurde schon mal die Notenpresse bemüht, um die Staatsschulden zu tilgen. Das Resultat für den kleinen Mann war damals nicht so erfreulich, auch wenn man ihm kein Geld weggenommen hat – Stichwort

Wer weiß, vielleicht zahlen wir ja auch bald wieder mit Scheinen, auf denen viele Nullen stehen. Dann hat die Notenpresse ordentlich was zu tun und jeder von uns ein paar Billionen Euro in der Tasche, von denen er sich allerdings nichts kaufen kann. Wo soll das noch hinführen?