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Niemand liked die Facebook-Aktie

Die ganze Börsenwelt hat 40 Tage lang gerätselt: Warum ist die Aktie des weltweit einflussreichsten sozialen Netzwerks bei ihrem Start so stark gefloppt? Wie konnte es nur sein, dass Mark Zuckerberg und sein Imperium aus Likes, Kommentaren und geteilten Bildern an der Börse so verhalten aufgenommen wurden? Noch im März verriet die WELT, dass Facebook bei seinem Börsengang mehr wert sein werde als BMW, Adidas und die Deutsche Bank zusammen. Doch was tatsächlich geschah: Die Kurse für das Wertpapier purzelten in den Keller. Die Antwort, mit der sich die Finanzwelt jetzt begnügt, ist denkbar simpel: Die Aktie ist einfach mit einem zu hohen Wert eingestiegen. Sie glich einem Radfahrer bei der Königsetappe der Tour de France, der in Führung liegt und kräftig in die Pedale tritt – obwohl er weiß, dass er überdreht hat und auf seinem Weg ins Ziel vom gesamten Feld überholt werden wird. Weiterlesen »

Zeigt Facebook jetzt sein wahres Gesicht?

Anlässlich des bevorstehenden Börsengangs verspricht Facebook nun, ganz neue Einblicke zu gewähren. Da wird der ein oder andere User sicherlich Augen machen, wenn er erfährt, was da so alles über ihn gespeichert wird. Wer bei Facebook aktiv ist, macht sich nämlich nicht nur durch das, was er postet, zum gläsernen Menschen für andere, die dann den entsprechenden „Gefällt mir“-Button klicken. Auch der Anbieter selbst sammelt munter alle möglichen Informationen über alle, die soziale Kontakte über Facebook pflegen.

Da das Zauberwort der Moderne allerdings Transparenz heißt, soll nun jeder die Möglichkeit bekommen, zu erfahren, was Facebook alles gespeichert hat. Das soll sich positiv auf den geplanten Börsengang auswirken, auch wenn der Ansatz eigentlich nicht neu ist. Schon seit 2010 kann man schließlich als Nutzer per Download erfahren, was da im Speicher liegt. Allerdings soll es dabei erhebliche Lücken geben und das ganze Verfahren zeichnet sich nicht gerade durch seine Anwenderfreundlichkeit aus. Das soll sich nun also ändern.

Künftig kann man dann vielfältigste Informationen über sich runterladen, die Facebook auf Lager hat. Dadurch, dass Facebook transparenter wird, könnte so manchem User bewusst werden, wir durchsichtig er selbst eigentlich dadurch geworden ist, dass er sich registriert hat. Die Frage ist nur, ob das wirklich viele interessiert, die tagein, tagaus munter im Facebook blättern.

Facebook packt den Stier bei denen Hörnern

Zumindest erhoffen dies viele Anleger. Der Börsengang von Facebook ist einer der heiß erwartetsten Börsengänge seit einem langen Zeitraum. Bereits heute, wird vielfach gemunkelt soll der große Tag sein, an dem die nötigen Papiere dem SEC übergeben werden. Es wird mit einem Firmenwert zwischen 75 bis 100 Milliarden Euro gerechnet und würde damit mehr wert sein als z.B. Siemens. Das Unternehmen möchte laut Wall Street Journal zehn Milliarden Dollar durch den Börsengang einnehmen. Sollte dies funktionieren, ist Mark Zuckerberg ein wahrer Coup geglückt und sein soziales Netzwerk steigt zu einem der größten Unternehmen auf. Ob das ganze funktioniert werden wir dann erst diesen Sommer erfahren.

 

Wer erinnert sich da nicht an die Zeit Ende der 90er Jahre als viele Börsengänge von Internetfirmen zerplatzten, wer früh ausstieg, machte Millionen. Erinnern wir uns an Yahoo: 1997 lag die Aktie bei 0,86 Euro, den Höchstwert erreichte sie Anfang 2000 mit 119,55 Euro und 2010 war sie nur noch 12,57 Euro wert. Wer um 2000 einstieg hatte eindeutig das Nachsehen.  Aktuell wollen wieder viele Internet Unternehmen aufs Parkett,  in der letzten Zeit erfolgreich geschafft haben dies das berufliche Netzwerk LinkedIn, das Schnäppchenportal Groupon und der Spieleentwickler Zynga („Farmville“). Google ist bereits seit längerem erfolgreich an der Börse notiert.

 

Es gibt allerdings viele Gegenstimmen, zu denen ich auch gehöre, die Facebooks Börsengang nicht so positiv sehen. Klar wird wie bei Yahoo oder der Telekom am Anfang ein Hype entstehen, der kurzfristig für viele Spekulanten einen satten Gewinn bringen wird. Langfristige Anleger werden allerdings enttäuscht werden, denn bei der Größe werden immer mehr Gewinne erwartet, die das Unternehmen erst einmal erwirtschaften muss. Das wird Facebook allerdings nicht einfach fallen, sein aktueller Wert liegt in den Daten der Nutzer und die sind von einigen geplanten Änderungen nicht so begeistert und könnten Facebook den Rücken kehren. Das Wachstum an Nutzern stagniert bereits.