The Wolf of Wall Street

Meisterregisseur Martin Scorsese (71) hat es mal wieder geschafft: Sein aktueller Film „The Wolf of Wall Street“ ist in den aktuellen deutschen Kinocharts auf Platz 1. Gerade mal drei Wochen nach dem Kinostart haben hierzulande mehr als 1,5 Millionen das Börsendrama mit Leonardo Di Caprio (39) in der Hauptrolle gesehen. Doch ist der Film wirklich so gut, wie man es vom großen Scorsese erwarten darf. Die Meinungen sind geteilt.

Die Handlung

The Wolf of Wall Street FilmGrundlage für das Drama „The Wolf of Wall Street“ ist die Autobiografie des Börsenmaklers Jordan Belfort. Das klassische Scorsese-Motiv Aufstieg und Fall, wie wir es bereits von „Good Fellas“ und „Casino“ kennen, hat den Schauplatz gewechselt – von der Mafia- und Gangsterwelt an die Wall Street. Der Zuschauer begleitet Belfort auf seinem steilen Weg nach oben – vom Geschäftsführer eines zwielichtigen Garagenunternehmens, das Schrott-Aktien an gutgläubige Hausfrauen, Lehrer und Rentner verkauft, zum millionenschweren König der Wall Street. Der charismatische Belfort führt ein ausschweifendes Leben: Es ist ein einziger Rausch aus Partys, Drogen, Sex und noch mehr Partys, Drogen und Sex. Aufgrund krummer Börsengeschäfte hat ihn außerdem das FBI im Visier. Der Fall des „Wolf of Wall Street“ ist programmiert.

Stimmen zu „The Wolf of Wall Street“

Als „Good Fellas 2.0“ bezeichnen Kritiker Scorseses neuen Film – mit dem Unterschied, dass er es nicht in die Tiefe schaffe. Kaum Charakterzeichnung, ein einziger Drogen- und Sexrausch über drei lange Stunden, sagen die einen. Scorsese hat Stilmittel wie die Stimme aus dem Off überstrapaziert, sagen anderen. Tenor der Kritiker: oberflächlich, maßlos, unmoralisch.

„Herausragende Börsensatire“, „ein energiegeladenes Meisterwerk“, das (fast) an „Good Fellas“ heranreiche und Scorsese in Bestform zeige, kommt es von anderer Seite. Dass Drogen und Frauen omnipräsent seien, sei noch lange kein Hinweis darauf, dass es dem Film an Gesellschaftskritik mangele.

Das Dreamteam

Es ist die inzwischen fünfte Zusammenarbeit zwischen Martin Scorsese und Leonardo di Caprio und meiner Meinung nach wieder eine sehr gute. Scorsese beherrscht die Klaviatur filmischer Stilmittel wie kein Zweiter, und di Caprio gehört für mich zu einem der wandelbarsten Schauspieler überhaupt. Vom geistig Behinderten in „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ über den schmachtenden Jüngling in „Titanic“ und smarten Betrüger in „Catch me if you can“ bis zum durchgeknallten Bösewicht in Tarantinos „Django unchained“: Er kann sie alle spielen.

The Wolf of Wall Street-Fazit:

Ich fand den Film ebenso unterhaltsam wie gesellschaftskritisch, wenn auch etwas zu sehr in die Länge gezogen. „The Wolf of Wall Street“ im Kino zu sehen, lohnt sich allemal. Doch: An „Taxi Driver“ oder „Good fellas“ kommt er nicht ran!

Bildquelle: pixabay.com – © by Momo

Klaus Lehmann

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