Trügerischer Goldrausch – ist die Investition ins teure Edelmetall aktuell sinnvoll?

Viele tragen es gerne um den Hals oder das Handgelenk gebunden, weil es schick und repräsentativ ist. Sehr viel Gold jedoch liegt in Münzform oder als schmucklose Barren in den Tresoren und Schließfächern dieser Welt. Geschützt vor den Blicken anderer, gekauft allein zum Zwecke der Kapitalsicherung und -steigerung.

Lange Zeit galt Gold als sichere Bank, um Geld profitabel anzulegen: Allein seit dem Ende des vergangenen Jahrtausends stieg sein Wert im Durchschnitt um knapp 14 Prozent pro Jahr. Allerdings ist es mehr als fraglich, ob das notwendigerweise ein Argument dafür ist, weiter in Gold zu investieren, oder ob nicht gerade wegen der enormen Wertsteigerung ein wenig Skepsis angebracht wäre. Denn Gold ist schlicht und ergreifend aktuell sehr teuer, von dem geringen Preisabfall seit dem historischen Höchststand im September 2011 kann man da getrost absehen. Manche sprechen sogar von einer Blase, die bald ihre Substanzlosigkeit offenbaren könnte.

Solange Gold derart teuer ist, gewinnen Immobilien oder Aktien wieder an Attraktivität. Denn bei Letzteren bekommt man in der Regel wenigstens Mieteinnahmen oder Dividendenausschüttungen. Wer jedoch ausschließlich auf Gold setzt, kann für einen Ertrag im Grunde nur darauf hoffen, dass sein Wert tatsächlich noch weiter steigen wird. Ein Argument für Gold bleibt allerdings: Wenn man als Anleger beispielsweise mit Bundesanleihen praktisch kaum mehr etwas verdienen kann, weil die Zinsen gegen Null gehen, ist Gold die bessere Wahl. Denn wenn die Zinsen wieder steigen sollten, ist man hier sicherer als bei festverzinslichen Wertpapieren.

Gold wird gerne am Leib getragen, weil es repräsentativ, weil es teuer ist. Momentan jedoch zu teuer, um es einfach nur in den Tresor zu legen.

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