Versicherung schnellstmöglich kündigen

Es gibt viele Gründe, eine Versicherung zu kündigen: Sie haben sich nach reiflicher Überlegung beispielsweise entschlossen, die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln oder Sie verlegen Ihren Wohnort ins Ausland und möchten Ihre deutsche Haftpflicht kündigen. Wie aber kommen Sie nun am schnellsten aus Ihrem Vertrag heraus?

Versicherung kündigenDas Kündigungsrecht gilt – im Schadensfall – für beide Seiten. Das bedeutet: Nicht nur Sie als Versicherungsnehmer können eine Kündigung Ihres Vertrags vornehmen, sondern auch der Anbieter darf einen Vertrag beenden. Dieser Fall tritt insbesondere dann ein, wenn ein Versicherungsunternehmen einen Verbraucher mit einer hohen Schadensquote nicht länger unter Vertrag halten will, z. B. im Bereich der Rechtsschutzpolicen. Meist wird eine dreimonatige Kündigungsfrist vorgegeben. Wenn Sie also zum Jahresende kündigen wollen (zum 31. Dezember), müssen Sie dem Anbieter bis spätestens 30. September Ihre Kündigung vorlegen.

Versicherung direkt nach Abschluss kündigen: das Widerrufsrecht

Nach dem Abschluss einer Versicherung können Sie innerhalb von 14 Tagen von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Dieses sieht vor, dass der Versicherungsnehmer binnen 14 Tagen nach seiner Unterschrift ohne Angaben von Gründen vom Vertrag zurücktreten kann. Das Widerrufsrecht von Lebensversicherungen ermöglicht eine verlängerte Rücktrittsfrist von 30 Tagen. Mit dem Moment, indem Ihnen der Versicherungsschein und die Vertragsbestimmungen einschließlich der Allgemeinen Versicherungsbedingungen vorliegen, beginnt die Widerrufsfrist. Einzige Ausnahme: Bei einer Police mit einer Laufzeit von unter einem Monat existiert kein Widerrufsrecht.

Versicherung kündigen: die gesetzliche Krankenkasse

Wer mindestens 18 Monate am Stück bei derselben Kasse war, hat die Möglichkeit, seine Mitgliedschaft bei dieser mit einer Frist von zwei vollen Monaten zu kündigen. Wenn Sie jedoch in eine private Krankenkasse wechseln möchten, gilt für Sie diese 18-monatige Bindungsfrist nicht. Und sobald Ihr gesetzlicher Krankenversicherer einen Zusatzbeitrag erhebt, können Sie Ihre Police bis zu dem Zeitpunkt kündigen, an dem die Beitragserhöhung fällig wird.  Eine Kranken-Zusatzversicherung kann immer bis zum Ende des jeweiligen Versicherungsjahres gekündigt werden, frühestens jedoch zum Ablauf der jeweiligen Mindestvertragslaufzeit von bis zu zwei Jahren. Drei Monate beträgt hierbei die Kündigungsfrist. Im Falle einer Beitragserhöhung können Sie Ihre Kranken-Zusatzversicherung kündigen, sobald die Erhöhung wirksam wird: das heißt binnen eines Monats nach Ankündigung der Beitragserhöhung.

Haftpflichtversicherung: Was gibt es bei einer Kündigung zu beachten?

Die Kündigungsfrist für eine Haftpflichtversicherung beträgt drei Monate, und kann jährlich zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Bei einem Schadensfall gilt die Regelung: entweder mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Hierbei muss die Kündigung innerhalb eines Monats, nachdem die Leistung zugesagt oder abgelehnt wurde, erfolgen. Im Falle einer Beitragserhöhung gelten für Ihre Haftpflicht dieselben Kündigungsbedingungen wie bei der Kranken-Zusatzversicherung.

Bildquelle: flickr.com – © by Frank Lindecke

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