Von Lethargie zu Hyperaktivität – DAX sorgt mit 7.000-Punkten für Furore an der Börse

Die jüngsten ifo-Konjunkturperspektiven für Deutschland stimmen Anleger zuversichtlich. Erstmals seit dem „Katastrophensommer“ 2011 hat der deutsche Leitindex die psychologisch wichtige Hürde von 7.000 Punkten geknackt. Verantwortlich dafür sind vor allem die mittelfristigen Erwartungen von Analysten und institutionellen Anlegern an die Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung.

Demnach hat sich das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe, im Bauhauptgewerbe, im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor im Vergleich zum Vormonat verbessert. Auch im Großhandel wird die Geschäftslage derzeit als gut bewertet. In allen Sparten gehen die befragten Unternehmen von einer moderaten Verbesserung aus und blicken der Zukunft weniger skeptisch entgegen. Dies äußert sich in Produktionsausweitungen, verstärkter Nachfrage bei Großhändlern und vermehrten Einstellungen von Personal.

Im Konjunkturindex des Zentrums für Europäische Wirtschaft (ZEW) übertrafen die positiven Einschätzungen bezüglich der künftigen Wirtschaftsentwicklung am Montag sogar die tatsächlichen Prognosen. Bestärkt wurden Anleger darin von den Einzelhandelsdaten aus den USA. „Kursgewinne auf breiter Front haben den deutschen Aktienmarkt deutlich ins Plus getrieben“, hieß es. So lag der Midcap-Index, der die Aktienkursentwicklung mittelgroßer Unternehmen wiedergibt, bei 10.667,70 Punkten, der die 30 größten Technologieunternehmen umfassende Deutsche Technologieindex (TecDAX) kletterte am 12.03.2012 auf 774,98 Zähler.

Im Fokus standen vor allem die Aktien der Deutschen Post, des Rückversicherers Munich Re und von BMW. Die Bestätigung des zweiten 130-Milliarden-Euro-Hilfspakets für Griechenland ließ außerdem Finanztitel steigen, sodass die Deutsche Bank und die Commerzbank deutliche Kurszuwächse verzeichneten. Verlierer waren BMW mit Minus 0,4 und Volkswagen mit Minus 1,6 Prozent, da deren angestrebte Gewinnmargen fürs Kerngeschäft die Anleger nicht überzeugten.

Trotz des 7.000er Rekords schloss der DAX am Montag bei 6.995,91 Zählern womit er, gesetzt zum Jahresbeginn, immerhin ein Plus von 18 Prozent verzeichnete. Aktuell liegt er wieder bei 7.076 Punkten.

Verantwortlich für die erfreuliche Entwicklung sind unter anderem auch die Wertpapierkäufe der Fed. An deren Niedrigzinspolitik wird sich indes jedoch erstmal nichts ändern, wobei jüngste Prognosen angesichts eines überraschend positiven Arbeitsmarktberichts Anlass zur Hoffnung geben: Denn was wäre ein besserer Wachstumsmotor, als klares Wachstum bei niedrigen Zinsen? Es ist noch nicht absehbar, ob es sich bei den Verbesserungen am US-amerikanischen Arbeitsmarkt um einen dauerhaften Trend handelt.

Zumindest das Gros der Banken kam beim gestern veröffentlichten Banken-Stresstest der Fed gut weg. Für die großen unter ihnen ist der Weg für Aktienrückkäufe und höhere Dividenden damit frei. Für die US-Notenbank selbst hatte sich Fed-Chef Richard Fisher vor einer Woche noch gegen weitere Wertpapierkäufe ausgesprochen.

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