„Wall Street 2“ in real? Die Chancen und Risiken von Turnarounds

Normalanleger, Zocker und professionelle Spekulanten – sie alle hegen den Traum vom großen Geld. Durch möglichst geschickte Ein- und Verkäufe versuchen sie, an den Börsen dieser Welt aus 10.000 Euro 100.000 Euro oder mehr zu machen. Doch Risikobereitschaft und Einsatzfreude allein bringen noch keinen Gewinn. Ohne eine durchdachte Strategie, Hintergrundwissen und möglichst viel Erfahrung landet man nur selten einen Volltreffer.

Daher folgt hier ein kleiner „Spekulations-Leitfaden“, mit dem auch Neuanleger satte Gewinne einfahren können. Die Rede ist von Turnarounds – der Königsdisziplin für Manager.

Turnarounds bezeichnen in der Wirtschaft die Kehrtwende existenziell krisenbedrohter Unternehmen, denen es gelingt, aus der Verlustzone herauszukommen und sich langfristig zu stabilisieren und wieder Gewinne zu machen. Und da sich diese Tendenzen auch in den Aktienkursen abzeichnen, bergen Turnarounds große Potenziale.
Wenn eine Aktie tief in den Keller sinkt, muss das jedoch nicht zwangsläufig bedeuten, dass sie irgendwann auch wieder steigt. Denn damit die Trendwende gelingt, ist Substanz vonnöten. Entscheidende Faktoren sind daher die Marktstellung und die Unternehmensgröße. Marktführer profitieren schneller von einer Marktbelebung, da sie über einen soliden Kundenstamm verfügen, ihre Produkte einen guten Ruf genießen und – aufgrund der Arbeitsplätze – ein öffentliches Interesse an ihrem Überleben besteht, wodurch das Konkursrisiko sinkt.

Das alles nützt jedoch nichts, wenn die Probleme nicht erkannt und angegangen werden. Indizien, die auf ein Gegensteuern hindeuten, sind Erhöhungen der Kapitalbasis, Restrukturierungsmaßnahmen oder Wechsel in der Führungsriege. Kurz, um sich als Turnaround-Kandidat zu eignen, darf ein Unternehmen keine strukturellen Defizite haben und muss seine Probleme erkannt und nach Möglichkeit gebannt haben. Doch wann ist der beste Zeitpunkt, um in das heiße Geschäft um mutmaßliche Turnaround-Aktien einzusteigen?
Am Tiefpunkt! Wenn alle Versäumnisse und Defizite bekannt und der Kurs so weit abgerutscht ist, dass er nicht weiter auf Hiobsbotschaften und Schwankungen am Aktienmarkt reagiert. Und: Bevor die ersten Sanierungsmaßnahmen greifen, denn dann kauft man die Wertpapiere am günstigsten ein.
Um den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, sollte man den Kapitalmarkt allerdings langfristig im Auge behalten, denn Kursentwicklungen passieren nicht von heute auf morgen. Auch Turnaround-Spekulation ziehen sich manchmal über mehrere Jahre hin. Aber es kann sich lohnen, denn wer alles richtig macht, dem winken realistische Gewinnchancen von bis zu mehreren Hundert Prozent.
Alles auf eine Karte setzen sollten Sie deshalb trotzdem nicht. Halten Sie sich vor Augen, dass auch vielversprechende Turnarounds Spekulationen bleiben und als solche auch mal daneben gehen können.

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