Was schreibt die gesetzliche Pausenregelung bei Arbeitspausen vor?

Welcher Arbeitnehmer hat sich noch nicht irgendwann mal die Frage nach den gesetzlichen Arbeitspausen gestellt? Muss man etwa jederzeit für seinen Vorgesetzten erreichbar sein oder darf man die Pause durcharbeiten und dafür früher nach Hause gehen? Fest steht, Arbeitspausen sind durch die gesetzliche Pausenregelung zwingend vorgeschrieben. Denn um während eines Arbeitstages keine gesundheitlichen Schäden durch körperliche und geistige Überforderung davonzutragen, verordnet das Arbeitsgesetz Pausen. Die gesetzliche Pausenregelung ergänzt dabei den Arbeitsvertrag, und das Einhalten der Pausen wird durch die Gewerbeaufsichtsämter kontrolliert. Zusätzlich gilt, dass laut Arbeitsgesetz die Pausen keine Arbeitszeiten sind.

Die gesetzliche Pausenregelung gibt die Pausenzeiten vor

arbeitspausen Überschreitet die tägliche Arbeitszeit sechs Stunden, stehen dem Arbeitnehmer nach dem Arbeitsgesetz Pausen von einer halben Stunde Dauer zu. Wahlweise kann diese Zeit in Abschnitte von zwei Mal 15 Minuten aufgeteilt werden. In dieser Frage ist die gesetzliche Pausenregelung äußerst detailliert. Bei der genauen Dauer der Pausen hat allerdings nicht die gesetzliche Pausenregelung das letzte Wort, sondern der Arbeitgeber. Ein gewisses Mitspracherecht wird dabei auch dem Betriebsrat eingeräumt. Sollte ein Arbeitnehmer mehr als neun Stunden arbeiten, verlangt die gesetzliche Pausenregelung eine Pause von einer Dreiviertelstunde. Das Arbeitsgesetz gibt bei Pausen außerdem an, dass deren Beginn und Ende bereits im Voraus vom Arbeitgeber geklärt sein müssen, ohne genau festzulegen, wie lange dies im Voraus geschehen muss. Gesetzliche Pausenzeiten sollten deshalb in der Regel zwischen zwölf und 14 Uhr liegen oder maximal vier Stunden nach Arbeitsbeginn.

Die gesetzliche Pausenregelung ordnet Pausen zwingend an

Laut einer Umfrage von TNS-Infratest legen etwa 20 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland zu wenig Pausen ein. Vom Arbeitsgesetz werden Pausen aber explizit gefordert. In diesem Fall sind alle Vorgesetzten dazu angehalten zu überwachen, dass die Angestellten auch tatsächlich gesetzliche Pausenzeiten in Anspruch nehmen, und dürfen – wenn nötig – Zwangspausen festlegen. Sollte ein Verstoß gegen die gesetzliche Pausenregelung vorliegen, droht Unternehmen ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro im Einzelfall und mitunter ein Strafverfahren. Zu diesem kann es aber nur kommen, wenn mangelnde Arbeitspausen die Gesundheit der Arbeitnehmer nachweislich schädigen. Sollten allerdings die Angestellten gesetzliche Pausenzeiten zum Arbeiten nutzen, steht Ihnen unter Umständen – nicht immer – eine entsprechende Vergütung zu. Das automatische Abziehen einer halben Stunde von der Arbeitszeit ist aber gemäß Arbeitsgesetz nicht zulässig.

Die gesetzliche Pausenregelung legt also fest, dass Pausen für die Arbeitnehmer nicht nur ein Recht darstellen, sondern auch eine Pflicht. Denn nur ausreichend lange gesetzliche Pausenzeiten können die geistige und körperliche Gesundheit der Arbeitnehmer garantieren.

Bildquellen: pixabay.com – © by geralt

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