Wenn die Kündigung wegen Eigenbedarf zum Ärgernis wird

wohnungskündigung eigenbedarfWenn einem die Kündigung wegen Eigenbedarf ins Haus oder in den meisten Fällen in die Wohnung flattert, ist das für viele Mieter häufig mehr als unglücklich. Man stelle sich vor, man hat sich in all den Jahren in dieser Straße und in diesem Viertel so eingerichtet, dass einem nichts fehlt, und von heute auf morgen soll plötzlich alles anders sein … Eine Eigenbedarfskündigung kann bedeuten, dass man das vertraute und geliebte Umfeld verlassen und eine neue Bleibe suchen muss. Doch was ist, wenn der neue Standort gar nicht gefällt? Wenn man am neuen Wohnort zu viele Kompromisse eingehen muss? Wenn die neue Wohnung nicht den Komfort bietet, den man zuvor genossen hat und der Mietpreis deutlich höher ausfällt? Diese und andere Fragen stellen sich immer wieder Mieter, die eine Wohnungskündigung wegen Eigenbedarf erhalten haben.

Pflichten des Vermieters bei einer Kündigung wegen Eigenbedarf

Dass eine Kündigung wegen Eigenbedarf ausgesprochen beziehungsweise angemeldet wird, ist seitens des Vermieters natürlich legitim, doch auch dieser muss sich an gewisse Richtlinien halten. Zunächst einmal muss sichergestellt werden, dass Kündigungsfristen eingehalten werden und die betreffende Wohneinheit tatsächlich für den Vermieter selbst oder für nächste Angehörige vorgesehen ist. Sollte dies im Nachhinein nicht der Fall sein und die Kündigung wegen Eigenbedarf nur vorgeschoben gewesen sein, um ein Gewerbe oder einfach völlig andere Mieter dort wohnen zu lassen, kann der “vertriebene“ Mieter Schadensersatz verlangen. In diesem Fall kann es dazu kommen, dass der Vermieter die Renovierungs-, Makler- und Umzugskosten des verprellten Mieters tragen und vielleicht sogar einen Mietausgleich übernehmen muss. Schließlich ist es unrealistisch, dass man bei einer neuen Wohnung gleiche Mietkonditionen vorfindet. In aller Regel zahlt man mehr!

Eigenbedarfskündigung muss nachvollziehbar sein

Erfahrungsgemäß können jüngere Menschen besser mit einer Eigenbedarfskündigung umgehen. In den meisten Fällen sind sie im jeweiligen Umfeld noch nicht so stark verwurzelt und können sich leichter neuen Gegebenheiten anpassen. Bei älteren Menschen oder Senioren sieht das Ganze schon anders aus. Wenn man beispielsweise seit Jahrzehnten in ein und derselben Wohnung gelebt hat und diese mit vielen Erinnerungen verbindet, kann das mitunter bitter werden. Eine Kündigung wegen Eigenbedarf ist definitiv rechtens, wenn der Vermieter die Interessen der eigenen Familie wahren möchte, doch gerade für ältere Menschen ist ein solcher Verlust ihrer geliebten Wohnung sehr hart. Zumal sie meist gar nicht wissen, wo sie künftig wohnen können und ob man sich das alles noch leisten kann.

Wichtig ist bei einer Kündigung wegen Eigenbedarf, dass nachvollziehbare Gründe vorliegen und der Vermieter korrekt kündigt. Ist das der Fall, kann sich der Mieter in den nächsten Monaten darauf vorbereiten, künftig in einer anderen Straße oder einer anderen Stadt zu leben.

Bildquelle: flickr.com – © by mueritz

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